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Wenn Hochbegabte Biowein ernten

Durch die Lese am Lehr-Weinberg wird Umweltbildung greifbar. Die Ausbeute lässt Rückschlüsse auf die gesamte Weinernte zu.

Jonathan vom Landesgymnasium St. Afra bei der Weinlese. Jeden Mittwochnachmittag verbringen sie auf dem Weinberg.
Jonathan vom Landesgymnasium St. Afra bei der Weinlese. Jeden Mittwochnachmittag verbringen sie auf dem Weinberg. © Claudia Hübschmann
Die Ausbeute an Johanniter-Weißwein am Lehrweinberg ist dieses Jahr besonders üppig ausgefallen.
Die Ausbeute an Johanniter-Weißwein am Lehrweinberg ist dieses Jahr besonders üppig ausgefallen. © Claudia Hübschmann

2006 hat die Sächsische Landesstiftung für Natur und Umwelt (Lanu) den Hang gekauft. Sechs Jahre hat es gedauert, bis die komplett zugewucherte Fläche wieder als Weinberg zu erkennen war. Seitdem wird dort Biowein angebaut, was auch heißt, dass es zwischen den terrassierten Flächen immer noch ein bisschen verwildert aussieht und von Beikräutern statt Unkraut gesprochen wird; wo sich Insekten und Schmetterlinge besonders wohlfühlen. Gemäht werden muss trotzdem irgendwann, weil auch Beikräuter dem Wein irgendwann die Sonne nehmen.

Damit der Wein trotzdem unter ökologischen Bedingungen gedeiht, wird auf sogenannte pilzresistente Weinsorten gesetzt. Das lässt sich beim weißen Johanniter schon daran erkennen, dass die Bündel so kompakt wachsen, dass nur die gesamte Fläche, nicht aber die einzelnen Trauben von Pilzen oder Insekten befallen werden können: Die Angriffsfläche ist kleiner, die Schale dicker. Behandelt wird der Wein trotzdem; allerdings mit Schwefel, Backpulver, Essig, Orangen- oder Fenchelöl. Der Ertrag sei deshalb im Bio-Anbau tendenziell geringer und teurer.

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Zwar hätte sich naturnah zu arbeiten in den Meißner Steillagen mittlerweile durchgesetzt: Es werde kaum noch prophylaktisch gespritzt. Doch nach wie vor zeigen sich grundlegende Unterschiede zum konventionellen Anbau: "Wenn wir wirklich Befall haben, dann sind wir im zertifizierten Bio-Weinbau gefangen. Wir dürfen einfach nicht die Chemiekeule holen", sagt Gößl. Deshalb werden Rosen auf dem Hang als Indikator gepflanzt, da sie sehr viel früher zum Beispiel von Mehltau befallen sind. "Sind die Rosen befallen, weiß der Winzer was zu tun ist."

Außerordentliche Erträge, gute Qualität

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Rikus ist nach getaner Arbeit, vor allem nach dem Schleppen von Zehn-Kilo-Eimern erstmal erleichtert: "Da merkt man, da steckt ordentlich was dahinter. Das ist nichts, was man einfach runterstürzt", sagt Rikus, bis der erste genussvolle Schluck genommen werden darf, müssen sich die Afra-Schüler noch ein bisschen gedulden: Zum Abschluss gibt es für jeden Schüler eine Flasche eigens geernteten Wein. 2006 war der erste Proberebschnitt, seither leitet der Geografie- und Geschichtslehrer Sascha Kotztin die Schüler an, der vorher mit Weinbau überhaupt nichts zu tun hatte: "Die Überlegung war ganz einfach, was könnten die Afraner, wenn sie in die Welt rausgehen aus Meißen mitnehmen."

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