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Weiter Wirbel in der Volkssolidarität

Der Vorstand Frank Stritzke ist erkrankt. Offenbar will sich der Verwaltungsrat mit der Personalie beschäftigen. Bei Mitarbeitern herrscht Unruhe.

Seniorenresidenz der Volkssolidarität in der Region: Der Verein und das soziale Dienstleistungsunternehmen Volkssolidarität ist unverzichtbar im Landkreis Meißen. Innerhalb der Belegschaft gibt es jetzt aber Unruhe.
Seniorenresidenz der Volkssolidarität in der Region: Der Verein und das soziale Dienstleistungsunternehmen Volkssolidarität ist unverzichtbar im Landkreis Meißen. Innerhalb der Belegschaft gibt es jetzt aber Unruhe. © Sebastian Schultz

Radebeul. Unter den Mitarbeitern der Volkssolidarität Elbtalkreis-Meißen herrscht Unruhe. Anlass ist der offene Streit vor Gericht zwischen ihrem Vorstand Frank Stritzke und einem Autohausbesitzer aus der Region. Stritzke soll ihn ausspioniert haben und mit den Daten nicht sorgsam genug umgegangen sein, was Stritzke teilweise sogar einräumte. Allerdings sah er genug Gründe, den Autohausbesitzer mit Hilfe eines Detektivbüros zu überprüfen, bevor er in seinem Verein Mitglied werden könne. Der Autohausbesitzer fordert 21.000 Euro Entschädigung, Stritzke lehnt einen Vergleich ab. Das Gericht hat noch nicht entschieden.

Inzwischen wird sich wohl der Verwaltungsrat der Volkssolidarität mit dem Fall befassen. Die Rede ist nach Informationen von sächsische.de aus den Reihen der Belegschaft vom 11. Mai, eventuell sogar noch früher. Offenbar steht die Personalie Stritzke zur Diskussion oder sogar Disposition, wird diskutiert. Eine Stellungnahme des Verwaltungsrates, um die sächsische.de gebeten hat, liegt noch nicht vor.

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Die Kritik aus den eigenen Reihen richtet sich nicht nur auf den speziellen Fall des Streits mit dem Autohausbesitzer auf, sondern vor allem auch auf generelle Fragen des Umgangs im Unternehmen. Zudem wird immer wieder die Frage gestellt, wie sinnvoll es für eine gemeinnützige Gesellschaft wie die Volkssolidarität ist, Oldtimer-Rallyes zu veranstalten und selbst Oldtimer zu unterhalten.

Frank Stritzke ist erkrankt, teilte er am Dienstag sächsische.de mit. Zum Sachverhalt möchte er sich nicht weiter äußern, sondern das Urteil abwarten. Die Folgen einer solchen Tat müssten für den Verursacher spürbar sein, so Klage-Vertreter Rechtsanwalt Torsten Buse aus Wittenberg. Ein Datenschutzverfahren mit diesem Streitwert sei juristisch weitgehend ein Novum. Stritzke selbst sagte bereits zu den Vorwürfen, die DSGVO-Vorgaben "sicher nicht ganz korrekt beachtet" zu haben.

Der 61-jährige Stritzke hat ebenfalls erklärt, dass er die Oldtimer der Volkssolidarität nicht als verlängertes Privathobby benötige. Vielmehr könne man damit auf soziale Anliegen aufmerksam machen. Er habe selbst sechs eigene Oldtimer und fahre offiziell immer privat finanziert seine eigenen Fahrzeuge. Ansonsten verwies er darauf, dass er für alles die Verantwortung übernehme und alsbald in den Ruhestand wechseln werde. Ende Mai könnte das Urteil fallen.

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Die Volkssolidarität ist ein wichtiger Arbeitgeber im Landkreis Meißen. Sie hat 700 Mitarbeiter und erwirtschaftet fast 30 Millionen Euro Umsatz im Jahr. So betreibt sie 21 Kitas, zehn Seniorenwohnanlagen, zwei ambulante Pflegedienste, zehn Begegnungsstätten und ein Diagnostik- und Beratungszentrum.

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