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Wem nützt diese teure Lösung?

Margot Wende hatte sich in der Stadtratssitzung zu Wort gemeldet. Sie sprach über Bedenken der Plossen-Anwohner zum geplanten Ausbau der S 177.

Dieses Archivbild entstand im Dezember 2018: Ein Lkw war in der Plossenkurve "hängengeblieben", was lange Staus in der Stadt verursachte.
Dieses Archivbild entstand im Dezember 2018: Ein Lkw war in der Plossenkurve "hängengeblieben", was lange Staus in der Stadt verursachte. © Claudia Hübschmann

Meißen. Im Namen vieler Plossen-Anwohner hatte sich Margot Wende in der Einwohnerfragstunde zu Beginn der Stadtratssitzung zu Wort gemeldet. Dabei hatte sie Bedenken zum geplanten Ausbau des Plossenaufstieges geäußert und Bezug auf die im Internet übertragene Einwohnerversammlung genommen, bei der über das Planfeststellungsverfahren informiert worden war.

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Während der Präsentation war ein Foto gezeigt worden, auf dem zwei Schwerlasttransporter abgebildet sind, die sich in der Kurve begegnen. Das ist ein alltägliches Geschehen und zeigt, wie wichtig die sofortige Beschränkung der Tonnage auf dieser Straße ist, um hier den Lkw-Verkehr einzuschränken, erklärte Frau Wende. Und sie richtete die Frage an die anwesenden Stadträte und Vertreter der Verwaltung: „Sollte einmal so ein riesiger Lastzug die Böschung hinab auf die Schienen stürzen, wären Sie dann immer noch der Meinung, dass eine Tonnagebegrenzung nicht nötig ist?“

Wie Margot Wende berichtet, sind „die meisten Bewohner des Plossens immer noch der Ansicht, dass eine Sanierung der Straße genügt und bedeutend preiswerter ist. Weshalb hat man die Tonnagebegrenzung aufgehoben?“ Damit habe man sich für den totalen Verschleiß der Wilsdruffer Straße und ein damit verbundenes tägliches Verkehrschaos entschieden.

Die Frage, wem die aus ihrer Sicht „unnötige und teure Lösung“ für den geplanten Ausbau der S 177 in Meißen nützt, habe sie auch Oberbürgermeister Olaf Raschke in einem persönlichen Gespräch gestellt. Seine Antwort – den Fußgängern, den Radfahrern sowie Mopedfahrern – habe sie nicht überzeugt. Denn ein Fußgängerweg ist vorhanden, und die Radfahrer wählen den kleinen Plossen, hielt sie dagegen.

„Es ist nicht zumutbar, dass den Plossen-Anwohnern für Jahre der direkte Zugang zum Stadtkern versperrt wird“, so Margot Wende. Außerdem stellte sie die Frage, wem die teure Planung nützt: „Sind wir Meißner Bürger daran interessiert, dass riesige ausländische Schwerlasttransporter durch unsere Stadt fahren, obwohl es die B 101 gibt? Wohl kaum. Nach der Durchfahrt durch den Tunnel, gibt es alle notwendigen Möglichkeiten, die Fahrt in verschiedene Richtungen fortzusetzen.“

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Im Interesse nicht nur der Plossen-Bewohner forderte Frau Wende die Meißner Stadträte auf, „den Ausbau zu verhindern und eine unbestritten notwendige Sanierung zu beschließen. Eine sofortige Tonnagebegrenzung ist festzulegen, bevor die Straße total verfällt.“ (SZ)

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