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Weniger Unfälle, aber mehr Verkehrstote

Im Landkreis Meißen starben im vergangenen Jahr so viele Menschen im Straßenverkehr wie seit fünf Jahren nicht mehr. Auch ein Kind wurde getötet.

Zwei schwer verletzte Fahrerinnen und Totalschaden an beiden Autos waren das Ergebnis dieses Unfalls Anfang März in Käbschütztal.
Zwei schwer verletzte Fahrerinnen und Totalschaden an beiden Autos waren das Ergebnis dieses Unfalls Anfang März in Käbschütztal. © Roland Halkasch

Landkreis. Es ist am frühen Vormittag Anfang März, als die Fahrerin eines VW Polo in der Gemeinde Käbschütztal von der Staatsstraße 85 nach links in Richtung Graupzig abbiegen will. Dabei übersieht sie einen entgegenkommenden Ford Fiesta. Bei dem Unfall werden beide Fahrerinnen schwer verletzt, an beiden Fahrzeugen entsteht Totalschaden.

Dies war einer von exakt 5.000 Verkehrsunfällen, die sich im vergangenen Jahr im Landkreis Meißen ereigneten. Das ist ein Rückgang gegenüber 2019 um 8,7 Prozent. Das teilt die Polizeidirektion Dresden mit. Nicht eingerechnet sind Unfälle auf Autobahnen, die durch den Landkreis führen. Der Rückgang dürfte allerdings auch damit zusammenhängen, dass es wegen der Corona-Pandemie und dem damit verbundenen Arbeiten im Homeoffice deutlich weniger Verkehr gegeben hat als in normalen Jahren.

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Mehr Schwer- weniger Leichtverletzte

Obwohl es weniger Unfälle gab, stieg die Zahl der Verkehrstoten an. 13 Menschen verloren im Landkreis im Vorjahr bei Verkehrsunfällen ihr Leben. Da sind so viele wie seit fünf Jahren nicht mehr. 2019 gab es neun Verkehrstote, 2016 waren es acht.

Insgesamt verunglückten im Landkreis Meißen im vergangenen Jahr 910 Personen bei Verkehrsunfällen. Die Zahl der Schwerverletzten stieg auf 251 (2019: 242), die Zahl der Leichtverletzten sank von 667 auf 646. Im zurückliegenden Jahr kam auf den Straßen im Landkreis Meißen ein Kind ums Leben, ein Jahr zuvor keines. Wie 2019 erlitten 17 Kinder schwere Verletzungen, weitere 57 (2019: 73) wurden leicht verletzt. Die verunglückten Kinder waren als Radfahrer (41), als Fußgänger (8) und als Mitfahrer (26) beteiligt. Die Anzahl der verletzten mitfahrenden Kinder ging leicht zurück.

Nichts geändert hat sich an den Hauptursachen bei Verkehrsunfällen mit Personenschäden: Vorfahrtsfehler (19,1 Prozent) werden gefolgt von nicht angepasster Geschwindigkeit (18,3 Prozent) und von Fehlern beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren (15,5 Prozent).

Fast jede zweite Unfallflucht aufgeklärt

Im zurückliegenden Jahr ist die Zahl der an Verkehrsunfällen beteiligten Motorradfahrer auf 56 gesunken (2019: 69). Insgesamt 43 (2019: 45) Motorradfahrer wurden verletzt, ein Motorradfahrer (2019: 3) von ihnen tödlich. Weitere 19 Motorradfahrer erlitten schwere und 23 leichte Verletzungen.

Die Zahl der Verkehrsunfälle, bei denen Fahrer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss beteiligt waren, stieg auf 129 (2019: 118). Dies ist allerdings auch von der Kontrolldichte abhängig. 102 und damit das Gros dieser Unfälle wurde von Personen verursacht, die unter Alkoholeinfluss standen.

Im Landkreis Meißen nahm die Polizei 1.063 Unfallfluchten auf, 2019 waren es 1.190. Knapp die Hälfte der Fälle konnten aufgeklärt werden. Allerdings gehen in die Statistik nur die angezeigten Fälle ein. Die Dunkelziffer dürfte erheblich höher liegen. In vielen Fällen erstatten die Betroffenen keine Anzeige, weil es keine Zeugen gibt. Dabei ist Unfallflucht kein Kavaliersdelikt. Kommt es zum Gerichtsverfahren und einer Verurteilung, drohen Geldstrafe oder Gefängnis bis zu drei Jahren. Außerdem ist der Führerschein weg.

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