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Kreis Meißen: Immer mehr Schüler ohne Hauptschulabschluss

Der Landkreis bringt das neue Bildungsjournal heraus. Die Anzahl der Schüler ist etwas angewachsen. Mit einigen Schulabgängern gibt es aber Probleme.

Von Ulf Mallek
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Die meisten Schüler im Landkreis Meißen lernen an Grund- und Oberschulen. Wer aufs Gymnasium möchte, benötigt Notendurchschnitte in den Hauptfächern von mindestens 2,0.
Die meisten Schüler im Landkreis Meißen lernen an Grund- und Oberschulen. Wer aufs Gymnasium möchte, benötigt Notendurchschnitte in den Hauptfächern von mindestens 2,0. © Nicolas Armer/dpa

Meißen. Die Anzahl der Schüler im Landkreis Meißen ist im Vergleich zum vergangenen Schuljahr wieder angestiegen. Das teilte das Landratsamt im jetzt erschienenen Bildungsbericht des Landkreises mit. In den 92 Schulen lernen insgesamt 24.275 Schüler. Im Vorjahr waren es 24.121.

Im Schuljahr 2020/2021 besuchten 8.850 Schüler die Grundschulen im Landkreis Meißen. Das sind 77 mehr als im Vorjahr, was einer Steigerung von rund 0,9 Prozent entspricht. Insgesamt steigerte sich die Anzahl der Grundschüler in den letzten sechs Jahren um 7,8 Prozent. Im letzten Halbjahr der Klasse 4 wird den Schülern eine Bildungsempfehlung für die Oberschule oder das Gymnasium erteilt. Für letztere ist maßgebend, dass in den Fächern Deutsch, Mathematik und Sachkunde ein Notendurchschnitt von mindestens 2,0 erreicht wurde.

An den Oberschulen des Landkreises Meißen lernten 8.163 Schüler. Das entspricht einem Zuwachs von 70 Lernenden bzw. einer Steigerung um 0,9 Prozent zum Vorjahr. Die Steigerung fällt – dem allgemeinen Trend entsprechend – gering, aber im Zeitverlauf beständig aus. Im Zeitraum von sechs Jahren ist demnach eine Steigerung um 6,1 Prozent erkennbar. Knapp zwei Prozent bzw. 135 mehr Schüler als vor sechs Jahren besuchen die Gymnasien des Landkreises Meißen. Insgesamt sind es 6.073. Die Förderschulen des Landkreises Meißen wurden von 1.189 Schülern besucht. Das sind fünf weniger als im Vorjahr. Der Höchstwert der Förderschüler wurde im Beobachtungszeitraum im Schuljahr 2015/2016 erreicht.

Ein differenziertes Bild gibt es bei den Schulabschlüssen. Die Zahl der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss hat sich im Betrachtungszeitraum um 41 Prozent erhöht. Die Gründe für das Nichterreichen des unteren Bildungsabschlusses reichen von individueller Veranlagung bis hin zu schlechten Voraussetzungen im Elternhaus, psychischen Beeinträchtigungen oder jugendhilferelevanten Lebenslagen. Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss sind häufiger und früher von sozialen Hilfen abhängig und von Armut bedroht.

Die Steigerung der Anzahl der Schüler mit einem Realschulabschluss beträgt im gleichen Zeitraum 21 Prozent. Diese Gruppe umfasst knapp 54 Prozent aller Schulabgänger. 92,52 Prozent der Schulabgänger in Gymnasien erwarben die Hochschulreife. Sie stellten mit 28,94 Prozent aller Schulabgänger die zweitgrößte Gruppe dar.

Überraschend: Die am häufigsten wiederholte Klassenstufe ist die erste Klasse, gefolgt von den Klassenstufen neun und zwei. Das neue Bildungsjournal finden Interessierte hier.