Meißen
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Wildbienen-Oase: 173 Arten im Landkreis Meißen

Insbesondere die Stadt Meißen beheimatet sehr viele Wildbienen. Auf dem Burgberg gibt es eine besondere Rarität.

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Der Burgberg Meißen ist ein Paradies für Wildbienen geworden. Insbesondere auch durch den Weinbau.
Der Burgberg Meißen ist ein Paradies für Wildbienen geworden. Insbesondere auch durch den Weinbau. ©  Claudia Hübschmann

Meißen. Meißen ist ein Paradies für Wildbienen. Denn im aktuellen Wildbienenmonitoring des BUND Sachsen im Landkreis Meißen konnten 173 Wildbienenarten nachgewiesen werden. Das sind immerhin 42 Prozent der in Sachsen heimischen Arten. "Davon kommen genau 100 Arten im Stadtgebiet Meißen vor, darunter extrem seltene Arten", so Meißens Oberbürgermeister Olaf Raschke. "Wir sind froh, dass unsere Stadt eine solche Wildbienenoase ist."

Die Flockenblumen-Langhornbiene (Tetralonia dentata), die Große Schmalbiene (Lasioglossum majus), die Gekerbte Löcherbiene (Heriades crenulatus) und die Bitterkraut-Wespenbiene (Nomadapleurostica) galten in Sachsen bis vor kurzem als ausgestorben, die vierte ist vom Aussterben bedroht. Damit kommt Meißen eine besondere Verantwortung im Wildbienenschutz zu.

Zwei Flächen in Meißen spielen dabei eine maßgebliche Rolle: Dies ist zum einen das neu angelegte Biotop am Fürstengraben. Neben den 55 verschiedenen Wildbienenarten ist hier besonders bemerkenswert, dass während der gesamten Wildbienensaison von März bis Oktober eine hohe Anzahl gefunden werden konnten. Darüber hinaus verfügt die Fläche über eine ungewöhnlich große Kolonie der Feldweg- Schmalbiene (Lasioglossum malachurum) mit vielen hundert Einzelnestern. Der offene, nahezu grasfreie Lehmboden entlang des Bachlaufs ist ein ideales Wildbienenhabitat.

Weinbau hilft den Bienen

Ein weiteres wertvolles Bienenhabitat ist der Burgberg Meißen und hier insbesondere der ökologische Schauweinberg der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt. "Hier sind solche Arten zu finden, die zum Nisten auf Natursteinmauern spezialisiert sind", erklärt Dietmar Kammerschen, Stiftungsdirektor der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt. "Insgesamt konnten auf der vergleichsweisen kleinen Fläche unseres Schauweinbergs 37 Wildbienen-Arten gefunden werden, sowie eine besondere Rarität, der Zottige Bienenkäfer." Das Wildbienenmonitoring am Burgberg Meißen zeige beispielhaft welchen positiven Einfluss der für das Elbtal typische Terrassenweinbau unter ökologischer Bewirtschaftung auf die biologische Vielfalt hat.