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"Wir sind froh, dass es regnet"

Nach drei trockenen Jahren gibt es jetzt einen kühlen und nassen Sommer. Eigentlich ein Segen für Landwirte. Oder doch nicht?

Schöne Aussichten: Der Mais steht auf den Feldern der Lommatzscher Pflege anders als in den Vorjahren meterhoch. Auch den Rüben tut der Regen gut.
Schöne Aussichten: Der Mais steht auf den Feldern der Lommatzscher Pflege anders als in den Vorjahren meterhoch. Auch den Rüben tut der Regen gut. © Claudia Hübschmann

Lommatzsch/Diera-Zehren. Dauerregen, Wind, herbstliche Temperaturen im Hochsommer, nachts teilweise einstellige Temperaturen. Was Urlaubern und Ferienkindern die Laune verdirbt, freut die Landwirte. Endlich gibt es nach drei trockenen Jahren den ersehnten Regen.

Kaum ein anderer Wirtschaftszweig ist so sehr vom Wetter abhängig wie die Bauern. Die vergangenen Jahre bescherten ihnen eher schlechte Ernten. Ist der Regen jetzt ein Segen?

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Wohl nicht für alle. Denn er hat auch seine schlechten Seiten. Durch dass kalte und nasse Wetter sei man bei der Ernte in Verzug geraten, so Andreas Jäckel, Sprecher des sächsischen Landesbauernverbandes. Die Äcker seien wegen der Feuchtigkeit nicht befahrbar, das Getreide zu hoch. Eigentlich wäre die Ernte des Roggens und des Winterweizens schon längst abgeschlossen. Auf manchen Feldern stünde das Getreide noch.

Der Deutsche Bauernverband erwartet eine durchschnittliche Ernte bei regionalen Unterschieden. Nach den ersten heißen Tagen des Jahres habe sich die Lage durch die Niederschläge der vergangenen zwei Wochen in vielen Regionen entspannt, sagt der Präsident des Deutschen Bauernverbandes Joachim Rukwied.

Mais und Rüben tut der Regen gut

In der hiesigen Region gibt es diese Sorgen wegen des Getreides aber nicht. „Wir haben unser Getreide schon seit einigen Tagen vor dem großen Regen rein, hatten in diesem Jahr eine normale Ernte“, sagt Wolfgang Grübler, Chef der Agrargenossenschaft Lommatzscher Pflege. Normalerweise sei jetzt der dritte Schnitt bei der Silage dran, das ginge aber bei diesem Wetter nicht, müsse verschoben werden. Das sei aber kein Problem. „Futter gibt es in diesem Jahr jedenfalls genug“, so Grübler.

Gut sei der Regen vor allem für Mais und Zuckerrüben. „Der Mais steht bei uns teilweise vier Meter hoch. Wir hoffen nur, dass kein Sturm kommt und den Mais umknickt“, so der Landwirt.

Auch bei Rüben wird ein hoher Ertrag erwartet, allerdings sei der Zuckergehalt geringer. Am Ende gleiche sich das aus. Probleme mit der Nachsaat sieht er nicht. „Wir haben in den Vorjahren Raps auf den trockenen Böden ausgesät. Der ist auch nicht aufgegangen. Damit muss man leben.“

Aronia-Ernte unterbrochen

Auch in der Agrar GbR Naundörfel war die Getreideernte rechtzeitig in der Scheune, bevor der große Regen kam. „Klar würden wir jetzt gerne den Raps drillen, aber der kann noch warten. Wir sind froh, dass es regnet“, sagt René Heidig, einer der Gesellschafter. Und die Rübenernte beginne ohnehin erst Anfang Oktober.

Klagen will René Heidig nicht: „Man muss auch mal zufrieden sein. Drei Jahre war es viel zu trocken, wir sind froh, dass jetzt Regen kommt. Dadurch wird auch zum Teil das Grundwasser wieder aufgefüllt“, sagt er.

Er sieht in dem gegenwärtigen Wetter auch Vorteile für die Mitarbeiter. „Die Ernte bisher war schon sehr herausfordernd und hat sich lange hingezogen. Jetzt können unsere Leute mal eine Pause machen und durchatmen“, sagt er.

Die Agrar Naundörfel GbR bewirtschaftete 1.250 Hektar Ackerland. Darauf werden vor allem Winterweizen, Wintergerste, Winterroggen, Winterraps, Mais und Zuckerrüben angebaut. Außerdem gibt es eine Bio-Aronia-Plantage.

Die Aronia-Ernte hatte begonnen, wurde aber unterbrochen. „Wir warten damit auf schönes Wetter“, sagt er.

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