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"Stillstand bedeutet Rückschritt"

Der Meißner Medimax-Chef Marko Fritzsche hat für seine Kunden und sich selbst einen großen Schritt gewagt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Ein klares Bekenntnis zum Standort Meißen zeigt Medimax-Chef Marko Fritzsche nicht nur in seinem Büro. Er handelt auch dementsprechend.
Ein klares Bekenntnis zum Standort Meißen zeigt Medimax-Chef Marko Fritzsche nicht nur in seinem Büro. Er handelt auch dementsprechend. © Claudia Hübschmann

Meißen. Die Toaster blinken in allen Farben und Metallvarianten. Ein Bügeleisen reiht sich ans andere und steht griffbereit, um sofort zerknitterte Wäsche zu glätten. Pürierstäbe, Kühlschränke, Staubsauger warten in scheinbar unzähligen Varianten auf Kunden, dezente Musik läuft und alle Notebooks und TV-Geräte zeigen beeindruckende Bilder. Trotzdem macht der Meißner Medimax an diesem Nachmittag einen extrem aufgeräumten und übersichtlichen Eindruck. Wie es dazu kam und warum, darüber hat Sächsische.de mit Chef Marko Fritzsche gesprochen.

Herr Fritzsche, Ihr Elektrofachmarkt scheint nicht mehr der gleiche zu sein, nachdem Sie ihn nun wieder öffnen konnten. Stimmt das?

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Freut mich, wenn das auch für Nicht-Eingeweihte sichtbar wird. Um diesen Effekt zu erzeugen, war sehr viel Arbeit nötig. Drei Wochen lang glich der Raum hier einer einzigen Baustelle. Alle möglichen Gewerke waren zu Gange. Die Kunden werden jetzt komplett neu geführt. Auch Leute mit geringerer Körpergröße können sich gut orientieren. Wir haben die Gänge aufgebrochen, das Lichtkonzept komplett überarbeitet und viele andere Dinge mehr neu gestaltet. Da steckt sehr viel Überlegung und eine hohe Investition drin. Es war eine herausfordernde Aufgabe und hat sehr viel Spaß gemacht.

Das heißt, jetzt ist alles nach ihren Wünschen eingerichtet.

Mein größter Wunsch ist, dass der Kunde das bestmögliche Einkaufserlebnis und einen optimalen Service erhält. Das konnten wir mit dem Umbau verwirklichen. Damit dies möglich wurde, habe ich mich auch dazu entschlossen, den Markt künftig als selbstständiger Unternehmer und alleiniger Eigentümer zu führen. Auf diese Weise kann ich nicht nur den Aufbau und die Abläufe, sondern auch das ganze Portfolio selbst bestimmen.

Sie sind diesen Schritt mitten in der Pandemie gegangen. Ziemlich kühn, oder?

Ja und nein. Mir ist ja das Umfeld wohl vertraut. Medimax gibt es in Meißen bereits seit November 2000. 2006 bin ich als Projektleiter nach Meißen gekommen und habe damals im Medimax in der Schützestraße begonnen. Ursprünglich war der Einsatz auf drei Monate begrenzt. Daraus wurden sechs Monate, und dann bin ich von Meißen nicht mehr losgekommen. Tolles Team und tolle Stadt mit viel Potenzial. 2010 wurde ich geschäftsführender Gesellschafter, mit eigenem Kapital und eigenem Risiko. 2011 folgte der Eintritt in den Gewerbeverein. Mittlerweile ist das Unternehmen in der Stadt sehr eng vernetzt sowie engagiert und von hier nicht mehr wegzudenken.

Für die Neumarkt-Arkaden Meißen ist Medimax-Chef Marko Fritzsche optimistisch. Der Standort und die Altstadt könnten wechselseitig voneinander profitieren, sagt der Unternehmer.
Für die Neumarkt-Arkaden Meißen ist Medimax-Chef Marko Fritzsche optimistisch. Der Standort und die Altstadt könnten wechselseitig voneinander profitieren, sagt der Unternehmer. © Claudia Hübschmann

Haben Sie keine Angst vor dem Online-Handel, der durch die Pandemie nochmals einen Schub erhalten hat?

Über die Jahre ist im Markt ein extrem verlässliches, hochkompetentes und innovatives Team gewachsen. Das hat sich nicht zuletzt in den Monaten des harten Lockdowns gezeigt. Die Abläufe zum Beispiel mit Click & Meet mussten neu organisiert werden. Das war eine riesige Herausforderung. In die Zukunft blicke ich optimistisch. Für unsere hochwertigen Produkte wird es weiterhin einen hohen Beratungsbedarf geben. Viele Kunden möchten diese Dinge vor sich sehen, sie anfassen, Fragen stellen können, sich etwas erklären lassen. Auch im Nachhinein bleiben wir als Ansprechpartner greifbar. Außerdem sind wir ja längst kein rein lokaler Händler mehr.

Das heißt?

Wir bedienen alle Kanäle. Sie können online reservieren und dann im Markt abholen oder in unserem Onlineshop kaufen, und wir versenden oder liefern direkt nach Hause. Alles ist möglich. Für die jüngere Generation oder die jung Gebliebenen haben wir beim Umbau darauf geachtet, gerade die Bereiche PC, Multimedia und Gaming zu erweitern und aufzuwerten.

Lehnen Sie sich jetzt zurück, wo der Umbau fertig ist?

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Nein. Auf keinen Fall. Stillstand bedeutet Rückschritt. Wer als Unternehmer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit – so ein Sprichwort. Wir haben dieses Jahr noch unser zwanzigjähriges Jubiläum nachzuholen und andere Themen. Weiterhin wollen wir im Markt selbst mit Kultur aktiv werden und planen eine Ausstellung mit dem Meißner Fotografen Doc Winkler im Zuge der Aktion „Kunst im Schaufenster“. Ich denke, dass auch der Werbeauftritt der Läden in den Arkaden bald wieder loslegen wird. Nach wie vor ist es meine Meinung, dass die Nähe zur Innenstadt sowohl für die Händler dort als auch für uns von großem Vorteil ist. Die Kunden verbinden ihre Wege in der Altstadt und bei uns miteinander. Wir freuen uns auf all unsere Kunden und sagen einfach einmal Danke, dass sie uns während des harten Lockdowns nicht vergessen haben.

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