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Freundlicher, regionaler, vielfältiger

Der Meißner Rewe hat einen neuen Chef und ein neues Konzept. Das ist schon andernorts sehr gut angekommen.

Legen großen Wert auf Frische und regionale Vielfalt: Rewe-Marktbetreiber Björn Keyser und die Meißner Marktleiterin Susann Sucker haben mit ihrem Team den Markt in den Arkaden modernisiert.
Legen großen Wert auf Frische und regionale Vielfalt: Rewe-Marktbetreiber Björn Keyser und die Meißner Marktleiterin Susann Sucker haben mit ihrem Team den Markt in den Arkaden modernisiert. © Claudia Hübschmann

Meißen. Der Buschfunk hat die Nachricht schnell in Meißen breitgetragen. Einkaufen zählt schließlich zu den letzten Abwechslungsmöglichkeiten, die im Lockdown geblieben sind. Vor dem Rewe in den Neumarktarkaden bildet sich eine kleine Schlange. Anstehen für den nächsten freien Wagen.

Vor dem Shopping-Vergnügen bitte noch die Augen nach rechts schweifen lassen. Locker und frisch hat dort der Meißner Künstler Olaf Fieber die Silhouette seiner Heimatstadt an die Wand geworfen. Er habe an dieser Stelle gleich mit etwas Lokalkolorit einsteigen wollen, sagt der neue Betreiber des Rewes Björn Keyser. Meißen stehe mit den liebevoll, einfallsreich und modern gestalteten Läden in der Innenstadt für ein herausgehobenes Einkaufserlebnis.

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Regionalität wird groß geschrieben

Der Unternehmer weiß, wovon er spricht. Seit vielen Jahren führt er sehr erfolgreich den riesigen Rewe im Radebeuler Löma-Center an der Grenze zu Coswig. Gleich zweimal hat der Markt vergangenes Jahr eine Auszeichnung für seine Weinabteilung erhalten. So lobte die Jury des Fachmagazins Weinwirtschaft die Radebeuler Kaufleute für ihre "intensive und persönliche Beziehung zu Lieferanten und Kunden". Das Sortiment im Löma besteht aus 2.500 Wein- und Sektsorten, darunter 300 aus dem Anbaugebiet Sachsen. Mit 18 Winzern bestehen lokale Partnerschaften.

In Meißen möchte Keyser an diese Erfolge anknüpfen. "Bei vielen Kunden ist in den vergangenen Monaten das Bewusstsein für die Herkunft ihrer Lebensmittel, kurze Transportwege und regionale Wirtschaftskreisläufe weiter spürbar gewachsen. Das bestätigt uns in unserer langjährigen Arbeit", so der Händler in einem früheren SZ-Beitrag.

In den Arkaden hat er beispielsweise Produkte der Ölmühle Moog aus Klappendorf bei Lommatzsch in den Warenbestand aufgenommen. Frisches Gemüse kommt von der Gärtnerei Findeisen aus Radebeul. Das Angebot an sächsischen Weinen und Sekten wurde deutlich aufgestockt, wie überhaupt die Produktvielfalt in den Regalen. Die Bedürfnisse von Veganern und Kunden mit einer Glutenunverträglichkeit sind stärker bei der Auswahl beachtet worden. Der Feinkostbereich ist deutlich gewachsen.

Zugpferd für die Arkaden

Beim Inhalt haben es der Chef und das von der Vorgängerin komplett übernommene Team nicht belassen. Mitarbeiter arbeiten an diesem Eröffnungsvormittag daran, an weiteren Wänden Meißen-Motive anzubringen. Nur zwei Tage blieb ihnen Zeit, um den Markt zu modernisieren. Das Auge kauft mit. Ein neues Farb- und Lichtkonzept sorgt für eine helle und doch gemütliche Atmosphäre. Die Gänge sind breiter geworden, die Waren übersichtlich angeordnet. Im Februar sollen auch die letzten defekten Wagen ausgetauscht sein.

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Was jetzt noch fehlt zum Glück, ist, dass die verbliebenen Geschäfte in den Arkaden wieder öffnen dürfen. "Dann wollen wir dieses Jahr richtig Gas geben", sagt Björn Keyser. Er habe sich einiges vorgenommen. Sein Unternehmen sieht er in einer Vorreiterrolle. Den Standort an sich hält der Kaufmann für zukunftsträchtig. "Sie können für 1,50 Euro, die sie sogar bei einem Einkauf noch erstattet bekommen, parken." Das Einkaufen lasse sich mit einem Bummel in der Innenstadt verbinden.

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