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Im ICM wird wieder umgebaut

So sollen innovative Firmen ins Meißener Gründerzentrum gelockt werden. Das ist der aktuelle Stand.

ICM-Geschäftsführer Falk Müller hofft auf gründungswillige Unternehmer. Vor allem für Firmen aus der Keramikbranche biete das Triebischtal die besten Voraussetzungen.
ICM-Geschäftsführer Falk Müller hofft auf gründungswillige Unternehmer. Vor allem für Firmen aus der Keramikbranche biete das Triebischtal die besten Voraussetzungen. © Claudia Hübschmann

Meißen. Popmusik aus dem Radio mischt sich mit Baustellenlärm. Schutt auf dem Boden, Staub in der Luft. Zum Glück trägt man in Zeiten von Corona einen Mund-Nasen-Schutz. "Passen Sie auf Ihre Kleidung auf, die wird hier auf der Baustelle schnell dreckig", warnt Falk Müller. Der Geschäftsführer des Innovations Centrums Meißen (ICM) zeigt entkernte Räume, die kleinen Firmen und Gründern künftig dienen sollen. Dafür werbe das ICM mit günstigen Mieten, einer guten Verkehrsanbindung und schnellem Breitbandinternet. So hoffe man auch, junge Unternehmer aus Dresden anzuziehen, erklärt der Geschäftsführer.

Bis Ende 2022 werden nun mehr als 1.000 Quadratmeter Nutzfläche erschlossen. Momentan vor allem in den beiden Gebäuden 1 und 17 an der Ossietzkystraße. Also die beiden Häuser rechts vom Eingang, die von der Straße aus zu sehen sind. Auch deshalb werde erneuert, um die Attraktivität des ICM zu steigern, informiert Falk Müller. Das Gebäude 20 wird ebenso umgebaut und beinhaltet künftig eine Produktionshalle mit Büroräumen. In den beiden Gebäuden am Eingang entstehen wiederum Büro-, Mehrzweck- und Konferenzräume.

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"Moderne mit dem Historischem verbinden"

Damit aus der ehemaligen Lehrküche moderne Arbeitsräume werden, muss sie entkernt werden. Die Zeit des Lockdowns sei optimal, da so nur wenige Mieter vom Umbau beeinträchtigt werden, erklärt Falk Müller.
Damit aus der ehemaligen Lehrküche moderne Arbeitsräume werden, muss sie entkernt werden. Die Zeit des Lockdowns sei optimal, da so nur wenige Mieter vom Umbau beeinträchtigt werden, erklärt Falk Müller. © Claudia Hübschmann
Der entstandene Schutt wird mittels Maschinen beräumt.
Der entstandene Schutt wird mittels Maschinen beräumt. © Claudia Hübschmann
Neben dem elektrischen Minidumper sieht man auch eine mehrfach gewölbte Decke. Die kam erst beim Rückbau zum Vorschein und soll nach Aussage Falk Müllers erhalten werden.
Neben dem elektrischen Minidumper sieht man auch eine mehrfach gewölbte Decke. Die kam erst beim Rückbau zum Vorschein und soll nach Aussage Falk Müllers erhalten werden. © Claudia Hübschmann

Das Erdgeschoss war dabei Teil der ehemaligen Lehrküche innerhalb der Berufsakademie Mittelsachsen, die sich auch jetzt noch im ICM befindet. Mehrere Jahre wurden dort Köche ausgebildet. Jetzt ist davon nicht mehr viel zu sehen. Nur ein ehemaliges Porzellanrelief an der Wand, geschützt durch eine Plastikplane, zeugt davon. Denn die Wand gehörte zum ehemaligen Aufenthaltsraum der Lehrlinge.

"Diese wollen wir unbedingt erhalten", sagt Falk Müller. Überhaupt sei die Entkernung für ihn äußerst spannend gewesen. Denn der zu DDR-Zeiten erbaute Gebäudekomplex beherbergt einige historische Überbleibsel. Gleich im Eingangsbereich des ICM gibt es zum Beispiel ein großflächiges Wandbild des berühmten Meißner Porzellankünstlers Ludwig Zepner. "Die Moderne mit dem Historischen verbinden, das passt doch im ICM ganz gut zusammen."

Ab 1960 befand sich auf der Ossietzkystraße das wissenschaftlich-technische Zentrum für feinkeramische Industrie. 40 Jahre später wurde es in das heutige Keramik-Institut umgewandelt, das weiterhin im Triebischtal vorzufinden ist. Die Firma trägt noch heute zur Keramiktraditon Meißens bei, die ihre Ursprünge im 18. Jahrhundert hat. Deshalb suche das ICM vorrangig Firmen aus der Keramik-Branche. Jeder andere sei trotzdem willkommen, so Falk Müller.

Der Ausbau ist jedoch nicht nur für Gründer interessant. "Wir wollen den gesamten Standort attraktiver gestalten. Gerade auch für unsere Bestandsmieter", erklärt Falk Müller. Aktuell sind das 50. Sie sollen merken, dass das ICM ein Standort mit Zukunft sei. Neben der schöneren Fassade werden so künftig die Betriebskosten günstiger, erklärt der Geschäftsführer.

"Stabile Weiterentwicklung des ICM"

Insgesamt 1,5 Millionen Euro soll der Ausbau kosten. 90 Prozent der Ausgaben stammen aus dem Förderprogramm GRW-Infra, um regionale Infrastrukturen zu verbessern und zu stärken. Die Finanzmittel dafür kommen aus den Haushalten des Bundestags sowie des Sächsischen Landtags. Die Stadt Meißen muss demnach noch etwa 150.000 Euro investieren.

Planung und Umsetzung des aktuellen Ausbaus haben übernommen: das denkenbauenwohnen Architekturbüro Tatter aus Leipzig und das Büro für Bautechnik Backfisch aus Coswig. Fürsprecher des Vorhabens seien laut Stadt gewesen: die Industrie- und Handelskammer, die Verwaltung des Landkreises Meißen und die regionale Wirtschaftsförderung.

"Die Baumaßnahme sichert eine stabile Weiterentwicklung des ICM am Standort", sagt Oberbürgermeister (parteilos) und Aufsichtsrat Olaf Raschke, der gemeinsam mit Falk Müller die Baustelle beging. "Gleichzeitig erfährt der gesamte Stadtteil Triebischtal eine Stärkung."

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Im ICM wird umgebaut. Hier sollen ab September gut 200 Studenten der Hochschule für Verwaltung lernen.

Erst 2019 bezog die Meißner Hochschule für Verwaltung die Gebäude 2 und 9. Insgesamt stehen elf Lehrsäle sowie drei Gruppenräume für fast 300 Studenten zur Verfügung. Der Umbau kostete damals fast 500.000 Euro. Weitere 355.000 Euro stellte der Freistaat Sachsen bereit, um die Räume hochmodern auszustatten, unter anderem mit neuester Medientechnik. Bis 2024 läuft zunächst der Mietvertrag mit Option auf zwei weitere Jahre. Wegen der hohen Anzahl an Studenten setzte die Hochschule auch auf Container für den Unterricht, der wegen Corona nun ausgesetzt wurde.

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