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Meißen

IG Metall: "Wir sind auf Stand-by"

Nachdem Gewerkschafter im Kabelwerk seit mehren Wochen vereinzelt streikten, stoppen sie nun. Denn die Geschäftsleitung ist verhandlungsbereit.

Bald soll hier keine Altersarmut mehr entstehen. Offenbar will der Geschäftsführer Lars Balzer nun mit der Gewerkschaft reden. Falls nicht: Die Gewerkschaftsmitglieder werden streiken, erklären sie.
Bald soll hier keine Altersarmut mehr entstehen. Offenbar will der Geschäftsführer Lars Balzer nun mit der Gewerkschaft reden. Falls nicht: Die Gewerkschaftsmitglieder werden streiken, erklären sie. © Claudia Hübschmann

Meißen. Vergangene Woche kündigte die Gewerkschaft einen unbefristeten Streik an. Damals hatte sich auf SZ-Anfrage die Geschäftsführung nicht dazu geäußert und zog sich zurück. Offenbar ist sie nun gesprächsbereit. Die IG Metall Riesa teilt am Dienstag mit, dass die Kabelwerksleitung auf sie zugekommen sei. Nun werden sich beide Parteien an den Verhandlungstisch begeben, um eine mögliche Tarifbindung zu sondieren.

Für diesen Zeitraum wolle die IG Metall Riesa ihren beschlossenen Arbeitskampf aussetzen, teilt die Gewerkschaft in ihrer Pressemitteilung mit. "Uns geht es um eine schnelle und für unsere Mitglieder befriedigende Lösung des Konflikts", so Willi Eisele, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Riesa.

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Die Gewerkschaftsführer verlangen nun, dass die Verhandlungen bald beginnen. Bis dahin sei die Gewerkschaft auf Stand-by. Willi Eisele warnt jedoch die Geschäftsleitung. "Sollte sich zeigen, dass dies nur ein Spielen auf Zeit ist, werden wir direkt in den Erzwingungsstreik übergehen." Dafür seien alle Vorbereitungen mittlerweile abgeschlossen. "Die in der IG Metall organisierten Beschäftigten warten nur auf das Zeichen von uns", erklärt der Erste Bevollmächtigte.

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Das Kabelwerk beschäftigt mehr als 120 Arbeiter. Seit 2017 gibt es keinen Tarifvertrag. Laut Geschäftsleitung musste dieser gekündigt werden, um Arbeitsplätze zu sichern. Zudem erhielt die Belegschaft seit elf Jahren keine Entgelterhöhung. Das begründet Geschäftsführer Lars Balzer vor allem damit: Der Schuldenstand des Kabelwerk ist sehr hoch. Er betrage aktuell rund 20 Millionen Euro. (SZ/mas)

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