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Kirste kritisiert niedrige Löhne

Der AfD-Landtagsabgeordnete befürchtet, dass die Pandemie das soziale Gefälle verstärkt.

Die AfD ist bislang kaum mit einer einheitlichen Wirtschaftspolitik hervorgetreten. Der Meißner Landtagsabgeordnete Thomas Kirste macht jetzt auf Beschäftigte im Niedriglohnbereich aufmerksam.
Die AfD ist bislang kaum mit einer einheitlichen Wirtschaftspolitik hervorgetreten. Der Meißner Landtagsabgeordnete Thomas Kirste macht jetzt auf Beschäftigte im Niedriglohnbereich aufmerksam. © Sebastian Schultz

Meißen. Jeder sechste berufstätige Meißner muss von einem Einkommen unterhalb der Niedriglohnschwelle leben: Wie eine Kleine Anfrage des Meißner Landtagsabgeordneten Thomas Kirste (AfD) an den Sächsischen Landtag ergab, waren zum Stichtag 10. November 2020 von den rund 59.000 Vollzeitbeschäftigten im Landkreis Meißen mit fast 9.500 Arbeitern über 16 Prozent der Beschäftigten in einem Beschäftigungsverhältnis mit einer geringeren Entlohnung von 1.885 Euro brutto im Monat bzw. 11,40 Euro netto pro Stunde tätig.

Auffällig ist laut Kirstes Büro dabei der hohe Abstand zwischen einzelnen Berufsgruppen. So machten Geringverdiener auf dem Bau im vergangenen Monat gerade einmal sechs Prozent sämtlicher Bauarbeiter aus. Im Gesundheitswesen fanden sich 15,2 Prozent der Beschäftigten im untersten Lohnsegment wieder und im KFZ-Bereich 19,3 Prozent.

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„Diese Statistik ist längst nicht das Ende der Fahnenstange“, so Kirste. Seiner Einschätzung nach kämen mit dem Beginn des Lockdowns im Dezember noch einmal "unzählige Beschäftigte" hinzu, die aus Pandemiegründen in die Kurzarbeit rutschten. Hiervon würden nicht nur das Gast- und Hotelgewerbe betroffen sein, sondern durch die Schließung des Einzelhandels auch viele Verkäufer und Lageristen. Ohnehin verzeichne der Freistaat Sachsen die niedrigste Tarifbindung sämtlicher Bundesländer.

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