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"Meißen vergibt eine Chance"

Meißner Unternehmer und die Stadt-CDU kritisieren die Ablehnung des Gästehaus-Neubaus am Schloss Proschwitz durch eine Stadtratsmehrheit.

Eigentor für Meißen: Entstehen statt eines Gästehauses bald Eigenheime auf dem Proschwitzer Mühlenareal?
Eigentor für Meißen: Entstehen statt eines Gästehauses bald Eigenheime auf dem Proschwitzer Mühlenareal? © HUEBSCHMANN

Meißen. "Wir halten es für eine absolute Anmaßung, wenn Stadträte einem Unternehmer vorschreiben, wie er sein Geschäft zu betreiben hat." Das schreiben der Inhaber des Einrichtungshauses Teppich Schmidt, Holger Schmidt, Heizungsbauer Eckhard Krug und die Direktorin des Hotels Goldener Löwe und des Hotels Residenz Am Markt in einem Brief an die SZ.

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„Vielleicht könnte man das Gebäude etwas kleiner bauen, noch etwas drehen, hier noch was wegschnippeln und dort noch etwas verkleinern“, so ähnlich stellte sich in den Augen der Verfasser des Schreibens das unternehmerische Denken der Stadträte in der jüngsten Stadtratssitzung dar. Am Ende stand die Ablehnung des Vorhabens. Das dabei noch Falschaussagen zum Denkmalschutz bemüht wurden, sei ein Unding.

Die Befürchtung, dass das Vorhaben eine Konkurrenz für die Meißner Hotellerie sein würde, kann Hoteldirektorin Astrid Metzig nicht bestätigen. Ganz im Gegenteil: „Wer direkt in der Altstadt wohnen möchte, wird nach wie vor bei uns buchen und Proschwitz als Ausflugsziel sehen. Wer im Schloss eine Tagung oder Hochzeit abhalten möchte, bevorzugt eine Übernachtung neben dem Veranstaltungsort. Kontingentanfragen für Hochzeiten konnte ihr Hotel im letzten Sommer nicht bedienen." Ähnlich sei es dem Dorint Parkhotel gegangen. "Wir vergeben uns mit der Ablehnung eine große Chance, Meißen für den Tourismus noch attraktiver zu machen und zahlende Gäste bei uns zu behalten", so die Hotelchefin.

Kein Verständnis für wortreiche Absetzversuche

Eine weitere Wortmeldung zu dem Thema kommt vom CDU-Ortsverbandschef Sven Gläser. Im Vorfeld hatten die Christdemokraten noch gewarnt, jetzt liege das Kind im Brunnen. Linke und AfD hätten es geschafft, dass eine Fachpublikation wie das Wine.Life-Magazin von "Sturheit und Boshaftigkeit der unseligen Meißener Rechts-Links-Fraktion" titeln könne.

Er habe kein Verständnis für die wortreichen Absetzversuche der Linken von der AfD, wenn ihr Vorgehen doch das Gleiche sei, so Gläser. Beide Fraktionen hätten für den populistischen Sekundentriumpf auf das Image der Stadt und ihre langfristigen Entwicklungsmöglichkeiten in unverantwortlicher Art und Weise gepfiffen.

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Nach Ansicht des CDU-Ortsverbandschefs steuert Meißen auf ein akutes Missverhältnis von Einnahmen und Ausgaben zu. Ob beim Weingut oder beim Neubau von Einfamilienhäusern. Die Stadt könne sich den Luxus, zusätzliche Einnahmen aus der Gewerbesteuer, der Grunderwerbssteuer, der Einkommenssteuer sowie Einkommen für die Meißner Bürger und Unternehmen zu generieren, schlicht nicht leisten.

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