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Nachbarwinzer mit hohen Einbußen

Im Anbaugebiet Saale-Unstrut wurde ein guter Müller-Thurgau gelesen. Allerdings viel zu wenig.

Ein Bild, das in den nächsten Wochen in den mitteldeutschen Weinlagen häufig zu sehen sein wird. Die Lese hat begonnen.
Ein Bild, das in den nächsten Wochen in den mitteldeutschen Weinlagen häufig zu sehen sein wird. Die Lese hat begonnen. © Symbolfoto: Uwe Anspach/dpa

Freyburg. Bei Sonnenschein haben am Donnerstag über zwei Dutzend Erntehelfer im Höhnstedter Kreisberg bei Halle die Lese im Anbaugebiet Saale-Unstrut begonnen. Hier reift nach Angaben der Winzervereinigung Freyburg ein besonders früher Klon der weißen Rebsorte Müller-Thurgau, welcher sich mit 78 Grad Oechsle bestens zur Lese empfahl. Deshalb blies die Obstproduktion Höhnstedt zur Ernte.

„Wir mussten schneller sein als die Vögel, die auch scharf sind auf unsere süßen Beeren“, kommentiert Geschäftsführer Andreas Ehm den frühen Lese-Start. Das Unternehmen ist Mitglied der Winzervereinigung Freyburg-Unstrut, in deren Keller die Beeren gekeltert werden.

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In guten Jahren holen die Traubenschneider bis zu 6.000 Kilogramm von den Stöcken gegenüber des Bindersees. Diesmal aber blieb der Zeiger auf der Waage schon bei 1.200 Kilo hängen. „Der Maifrost hat in der Anlage gewütet, zudem leidet die Steillage unter Wassermangel, das fordert seinen Tribut“, beschreibt Andreas Ehm die Situation. „Hier werden wir um eine Bewässerung wohl nicht herumkommen.“

Wieder einmal werden sich die Winzer an Saale und Unstrut auf ein schwieriges Jahr einstellen müssen. Spätfröste und erneut lange trockene Perioden drücken die Erträge, ist sich Martin Gurks sicher. Der Hauptrebschutzwart der Winzervereinigung Freyburg-Unstrut rechnet etwa mit 1,5 Millionen Liter Most, die seine Genossenschaft vom Jahrgang 2020 in die Keller bringen wird. Das wäre nur die Hälfte eines normalen Jahrgangs.

Wenn das Wetter hält, könnte nächste Woche die Hauptlese beginnen. Dann wandern auch in anderen Lagen zunächst Müller-Thurgau und Bacchus in den Keller. Das Finale sechs Wochen später setzen dann Spätburgunder und Riesling. (SZ)

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