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Sachsenwein macht sich rar

Es könnte sich lohnen, vom Jahrgang 2020 ein paar Flaschen aufzuheben. Viel gibt es davon nicht.

Die „Drei Herren“ des Künstlers Jan Kummer stehen im Weinberg des gleichnamigen Radebeuler Weinguts. Sie dürfen sich auf einen Jahrgang mit hoher Qualität aber geringen Quanitäten freuen.
Die „Drei Herren“ des Künstlers Jan Kummer stehen im Weinberg des gleichnamigen Radebeuler Weinguts. Sie dürfen sich auf einen Jahrgang mit hoher Qualität aber geringen Quanitäten freuen. © Norbert Millauer

Meißen/Bodenheim. Das Deutsche Weininstitut aus Rheinland-Pfalz hat jetzt eine gesammelte Bilanz der Lese 2020 in den 13 deutschen Anbaugebieten gezogen. Die Ausgabe für Sachsen fällt gemischt aus.

"Mitte April konnte man in Sachsen vielerorts eine mysteriöse Beobachtung machen: Nachts brannten in manchen Weinbergen Kerzen und kontrollierte kleine Feuer", heißt es im Einstieg zur sächsischen Bilanz. Die Winzer hatten sie zum Schutz gegen die Frostnächte angezündet. Denn die Reben waren bereits ausgetrieben und somit den kalten Temperaturen schutzlos ausgeliefert. Andere Winzer versuchten, mit kleinen Windrädern in den Weinbergen die eiskalte Luft am Boden mit wärmeren Schichten darüber zu vermischen.

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Die Maßnahmen retteten nur einen kleinen Teil der Trauben, sonst gab es im ganzen Anbaugebiet teils kräftige Frostschäden. Im Sommer trafen auch noch lokale Unwetter mit Hagel die Weinberge, dazu kam die für 2020 typische Trockenheit. Es war wahrlich kein einfaches Jahr für Sachsens Winzer.

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Die Folgen zeigten sich schließlich im Herbst: Die Lesemenge lag nach der letzten Schätzung laut DWI bei einer Weinmosternte von 21.000 Hektolitern 19 Prozent unter der Vorjahresmenge und fünf Prozent unter dem langjährigen Mittel. Ein Trost für die meisten Winzer war die Qualität der Trauben. Die Jungweine zeigen sich bereits ausgesprochen ausbalanciert und harmonisch. So wird der Sachsenwein aus dem Jahr 2020 zu einer noch größeren Rarität, als er ohnehin schon ist. (SZ)

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