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Spätfröste, Trockenheit, Unwetter

Der Weinbauverband Sachsen blickt in seiner Bilanz 2020 auch in die Zukunft. Die Anbaufläche in seinem Gebiet könnte beachtlich wachsen.

Verschneit sind die Weinberge rund um die evangelische Weinbergkirche "Zum Heiligen Geist" im Dresdner Stadtteil Pillnitz. Im Februar kann Frost den Reben wenig anhaben.
Verschneit sind die Weinberge rund um die evangelische Weinbergkirche "Zum Heiligen Geist" im Dresdner Stadtteil Pillnitz. Im Februar kann Frost den Reben wenig anhaben. © Robert Michael/dpa

Meißen. 2020 war ein sehr herausforderndes Jahr für die sächsischen Winzer: Zum einen haben die Spätfröste im April und Mai neue Extreme gezeigt, zum anderen hat Corona auch der Winzerwelt einiges abverlangt. Nicht zuletzt war 2020 erneut ein von Trockenheit und lokalen Unwettern gekennzeichnetes Jahr. Das teilt der sächsische Weinbauverband in einer Bilanz am Donnerstag mit.

Auch wenn es an Herausforderungen für die sächsischen Winzer nicht fehlte, so haben sie alle diesen getrotzt und erwarten einen qualitativ hochwertigen Jahrgang. Im vergangenen Jahr haben die sächsischen Winzer insgesamt 21.187 Hektoliter geerntet. Im Vergleich zu 2019 fiel der Ertrag um 18 Prozent geringer aus (25.609 Hektoliter), was mit den oben genannten Herausforderungen zu erklären ist – doch bei teilweise höheren Mostgewichten, steigen auch die Qualitäten.

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Die Trockenheit des vergangenen Jahres wiederum hat den Aufwand vor allem für Winzer in den Steillagen erhöht; dort und bei den durchlässigeren Böden musste Wasser zugeführt werden. In Regionen mit bündigen Böden verursachte die Trockenheit weniger Probleme.

Das lokale Auftreten und die Unterschiede der Witterungsextreme lassen sich unter anderem mit dem unterschiedlichen Mikroklima sowie Terroir (Gesamtheit der natürlichen Faktoren wie Rebe, Klima, Boden etc.) in den jeweiligen Lagen begründen, sodass durchaus eine Lage betroffen war und eine andere Lage verschont worden ist.

Goldriesling verstärkt geplanzt

Die Ertragsrebfläche im Anbaugebiet Sachsen von circa 500 Hektar ist in den letzten Jahren weitgehend konstant geblieben. Da in den vergangenen fünf Jahren Pflanzgenehmigungen für 30,8 Hektar erteilt worden sind, ist perspektivisch von einer deutlichen Vergrößerung der Ertragsrebfläche auszugehen.

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Auf 82 Prozent der Fläche wachsen weiße Rebsorten, die Tendenz weiter steigend. Auch die Rebsorte Goldriesling, die fast ausschließlich in Sachsen angebaut wird, wird von den Winzern verstärkt gepflanzt und entspricht aktuell sechs Prozent der Rebfläche in Sachsen. Die führenden Rebsorten sind der Riesling (14 Prozent), Müller-Thurgau (13 Prozent) und der Weißburgunder (zwölf Prozent). (SZ)

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