merken
PLUS Meißen

Spargelsaison geht in die Verlängerung

In Nieschütz wird noch bis Freitag Spargel gestochen, der Hofladen ist weiter geöffnet. Die Saison rettet das wohl nicht mehr.

Ein Erntehelfer erntet Spargel auf einem Spargelfeld in Nieschütz. Weil die Saison wegen des kühlen Wetters im Mai später begann, wird sie jetzt verlängert.
Ein Erntehelfer erntet Spargel auf einem Spargelfeld in Nieschütz. Weil die Saison wegen des kühlen Wetters im Mai später begann, wird sie jetzt verlängert. © Claudia Hübschmann

Diera-Zehren. Gute Nachricht für alle Spargelfreunde. Zwar endet traditionell am 24. Juni, dem Johannistag, die Saison. Während der Beginn wetterbedingt ist und es den ersten weißen Spargel meist zwischen Ende März und Mitte April gibt, steht für das Ende der Saison ein konkretes Datum fest. Doch in Stein gemeißelt ist das nicht, wie sich jetzt in Nieschütz zeigt. "Wir werden auf unseren Spargeldämmen noch bis Freitag dieser Woche das Edelgemüse stechen. In unserem Hofladen in Nieschütz wird es bis zum Sonntag noch Spargel zu kaufen geben", sagt René Heidig, einer der Gesellschafter der Agrar GbR Naundörfel. Die anderen vier Verkaufsstände - unter anderem in Meißen - werden aber geschlossen.

Eine Paradesaison wird es nicht

Ein Grund für die Verlängerung ist, dass die Saison wetterbedingt relativ spät beginnen konnte. Der Spargel braucht eine Bodentemperatur von mindestens zwölf Grad Celsius. Das war wegen der niedrigen Temperaturen und teilweise auch Bodenfrost im April nicht gegeben. Die Folge ist, dass bisher ein Ertrag von nur rund 50 Prozent im Vergleich zu anderen Jahren erzielt wurde.

Anzeige
Ab 1. August: Das Bildungsticket ist da!
Ab 1. August: Das Bildungsticket ist da!

Ab 1. August fahren Schülerinnen und Schüler für nur 15 Euro im Monat Bus und Bahn. Somit können sie das Bildungsticket bereits in den Ferien ausgiebig nutzen.

Das liegt auch daran, dass von den insgesamt zehn Hektar - davon ein Hektar Grünspargel - zwei Hektar nicht beerntet wurden. Denn rund die Hälfte des Nieschützer Spargels wird normalerweise an Gaststätten geliefert. Diese haben aber erst vor rund zwei Wochen wieder öffnen dürfen. "Wir versuchen, mit der Verlängerung die bisherigen Verluste etwas zu kompensieren. Eine Paradesaison für den Spargel wird das aber deswegen nicht mehr", sagt der Landwirt.

"Der Verkauf unseres Spargels an die Endkunden lief aber sehr gut", sagt René Heidig. Gefallen sind die Preise aber wegen der insgesamt geringeren Nachfrage jedoch nicht. Das Kilogramm ist zwischen 7,90 Euro für Bruchspargel bis hin zu 13,90 Euro zu haben. Er begründet das mit Corona-Auflagen, die umgesetzt werden müssen, und dem Mindestlohn, den die Erntehelfer jetzt bekommen. Ein Problem mit ihnen gibt es aber nicht. Da sie in diesem Jahr später gekommen sind, können sie jetzt auch länger bleiben.

Spargel ist nicht die größte Sorge

Dennoch ist der Spargel, der in Nieschütz seit 1994 angebaut wird, für den Landwirtschaftsbetrieb nur ein Nischenprodukt. Auf den insgesamt 1.250 Hektar Ackerland werden vor allem Winterweizen, Wintergerste, Winterroggen, Winterraps, Mais und Zuckerrüben angebaut. Außerdem gibt es eine Bio-Aronia-Plantage.

René Heidigs größte Sorge ist deshalb nicht der Spargel, sondern das Getreide. "Durch die trockenen und heißen letzten zwei Wochen hat vor allem der Weizen stark gelitten. Wenn es jetzt nicht bald und ergiebig regnet, ist da nicht mehr viel zu retten", sagt er.

Mehr zum Thema Meißen