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Meißen

"Zinsen nicht verjähren lassen"

Im Streit um Leistungen für das Prämiensparen läuft den Kunden der Sparkasse Meißen die Zeit davon.

Sachsens Verbraucherschützer erinnern Kunden der Sparkassen Meißen und Muldental daran, eine einmalige Chance nicht verstreichen zu lassen. Es geht um viel Geld.
Sachsens Verbraucherschützer erinnern Kunden der Sparkassen Meißen und Muldental daran, eine einmalige Chance nicht verstreichen zu lassen. Es geht um viel Geld. © Martin Schutt/dpa

Meißen. Die Sparkassen Meißen und Muldental haben nach Ansicht der Verbraucherzentrale Sachsen ihren Prämiensparern wie viele andere sächsische Sparkassen jahrelang zu wenig Zinsen gezahlt. Die Verbraucherzentrale Sachsen hat deswegen mehrere Musterfeststellungsklagen erhoben. Doch Kunden der Sparkassen Meißen und Muldental läuft nun die Zeit davon. Zum Jahresende verjähren ihre Nachzahlungsansprüche – durchschnittlich rund 4.000 Euro pro Sparvertrag. "Wer sich sein Geld sichern will, muss jetzt handeln", heißt es in einer Pressemitteilung der Verbraucherzentrale vom Donnerstag.

Betroffen sind Sparer mit einem 2017 gekündigten Sparvertrag „Prämiensparen flexibel“. Die meisten davon wurden zwischen 1995 und 2005 abgeschlossen. „Wer sich der Klage gegen seine Sparkasse anschließt, hat gute Chancen, die zu wenig gezahlten Zinsen zu bekommen. Außerdem wird durch den Eintrag in das Klageregister automatisch auch verhindert, dass die Ansprüche verjähren“, erklärt Karolin Reiber von der Verbraucherzentrale in Meißen.

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Es geht um viel Geld

Die Verbraucherschützer haben eigenen Angaben zufolge die Zinsen mehrerer Hundert Sparverträge berechnet. Demnach stünden Prämiensparenden der Sparkasse Muldental durchschnittlich 2.900 Euro pro Vertrag zu, bei der Sparkasse Meißen seien es sogar im Schnitt 4.700 Euro. "Das ist für viele Menschen eine Menge Geld, für das sie mit uns kämpfen wollen“, so Reiber. Die Eintragung ist jederzeit kostenfrei auf der Webseite des Bundesamts für Justiz möglich. Zudem bietet die Verbraucherzentrale Sachsen zum Preis von 38,99 Euro mit Blick auf die Rechtssicherheit der Registrierung die Anmeldung ins Klageregister an.

Wer sich keiner Musterklage der Verbraucherzentrale Sachsen anschließen möchte, hat auch durch ein außergerichtliches Verfahren vor dem zuständigen Ombudsmann die Möglichkeit, die Verjährung aufzuhalten. Ein Schlichtungsverfahren kann jederzeit kostenfrei eröffnet werden. Es verlängert die Verjährungsfrist um die Dauer des Verfahrens plus sechs Monate. „Auch hier empfehlen wir jedoch unsere anbieterunabhängige, rechtliche Beratung und Begleitung. Ein Schlichtungsantrag muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um die Verjährung zu hemmen“, so Reiber.

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