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Meißen

Wein: Internethandel legt durch Pandemie zu

Die Kollegen der Meißner Winzer im Anbaugebiet Saale-Unstrut berichten über auch für Sachsen interessante Trends.

Corona-Pandemie und Klimawandel: Der Weinbau in Mitteldeutschland steht vor großen Herausforderungen.
Corona-Pandemie und Klimawandel: Der Weinbau in Mitteldeutschland steht vor großen Herausforderungen. © Robin Geyer

Freyburg. Die Winzervereinigung Freyburg hat jetzt an der Unstrut ihre Generalversammlung abgehalten und Bilanz gezogen. "Unsere jahrzehntelang bewährten Wettermuster geraten aus den Fugen. Extrem trockene Sommer, heftigste Niederschläge und schwere Fröste stürzen uns immer wieder in klimatische und wirtschaftliche Wechselbäder", sagte Geschäftsführer Hans Albrecht Zieger auf dem Treffen. So kamen zur Lese 2019 gerade einmal 1,8 Millionen Liter Most in die Keller, das sind lediglich 60 Prozent des Durchschnittsertrags. 2020 waren es dann nur 1,6 Millionen Liter. Eine Menge, die wahrscheinlich auch bei der diesjährigen Ernte gerade so erreicht werden wird.

Besonders im Lebensmitteleinzelhandel konnte die Nachfrage nicht gedeckt werden, hier fiel der Umsatz um fast 13 Prozent zurück. Zugelegt haben stattdessen die eigenen Vertriebskanäle über die Weingalerie und die noch junge Eventsparte. Zudem hat die Pandemie den Internethandel spürbar angetrieben, der sich nahezu verdoppelt. Insgesamt summieren sich die Geschäfte ab Hof auf fast 1,7 Millionen Euro und machen derzeit ein Sechstel des Gesamtumsatzes aus. Das stimme optimistisch, kommentiert Zieger diese Entwicklung, auch wenn viele Weinfeste ausfielen.

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Politik soll Bewässerung unterstützen

Der weitere Ausbau geeigneter Vermarktungsstrukturen stehe deshalb ganz oben auf der Liste der Winzervereinigung Freyburg-Unstrut, benennt Aufsichtsrats-Vorsitzender Andreas Silbersack einen Schwerpunkt kommender Jahre. Ein weiterer wird vom Klimawandel diktiert und betrifft ein dringend benötigtes Bewässerungskonzept für das Anbaugebiet Saale-Unstrut. Hier setze man auf politische Unterstützung seitens der neuen Landesregierung.

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Veränderte klimatische Bedingungen werden sich auch in der Bepflanzung der Weinanlagen widerspiegeln müssen. So gewinnen neue Rebsorten weiter an Boden. Sie können sich oft besser auf trockene, heiße Perioden einstellen und sind zudem widerstandsfähiger gegen Pilzbefall. Das verringert deutlich den Einsatz von Schutzmitteln und ebnet weiter den Weg für nachhaltigen Weinbau.

Gegenwärtig zählt die Genossenschaft 364 Mitglieder, die 383 Hektar Rebfläche bewirtschaften. (SZ)

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