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Wohnen in der Kegelbahn

Die Stadt Lommatzsch will das Gebäude in Piskowitz verkaufen. Es könnte ein Eigenheim werden. Ehemalige Kegler können sich das kaum vorstellen.

Wo einst gekegelt wurde, sollen jetzt Wohnungen entstehen.
Wo einst gekegelt wurde, sollen jetzt Wohnungen entstehen. © Symbolfoto: SZ/Uwe Soeder

Lommatzsch. Einst wurden hier in Piskowitz Kugeln geschoben, jetzt soll aus dem 1970 und seit längerer Zeit leer stehenden Gebäude ein Wohnhaus werden. Die Stadt Lommatzsch bietet das 1.100 Quadratmeter große Grundstück der ehemaligen Kegelbahn in Piskowitz zum Kauf an. Das freistehende Gebäude ist nicht unterkellert. Laut dem Verkehrswertgutachten kann es als Einfamilienhaus umgebaut und genutzt werden. Die Grundfläche beträgt 335 Quadratmeter.

Bis vor einigen Jahren wurde die Kegelbahn von fünf Mannschaften genutzt. Doch dann kam das Aus. "Die abflusslose Grube entsprach nicht mehr den Vorschriften, wir sollten eine biologische Kläranlage bauen. Das hätte uns als Verein aber finanziell völlig überfordert", sagt Jürgen Troschütz aus Zehren, der dort mit seinen Mitstreitern kegelte. Seine Truppe mit acht Keglern ist nach Lommatzsch gewechselt, andere gingen nach Meißen oder lösten sich ganz auf. Der Zehrener kann sich schwer vorstellen, wie in dem Gebäude ein Wohnhaus entstehen solle. Es gäbe einen Aufenthaltsraum und eine kleine Küche, dazu die Kegelbahn, die ein großer Schlauch sei. "Da ist ein riesiger Aufwand nötig. Besser wäre es wohl, das Gebäude wegzureißen und ganz neu zu bauen", mutmaßt er.

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Die ehemalige Kegelbahn in Piskowitz soll verkauft werden. Daraus könnte ein Eigenheim werden.
Die ehemalige Kegelbahn in Piskowitz soll verkauft werden. Daraus könnte ein Eigenheim werden. © Gerhard Schlechte

Kläranlage ist notwendig

Das Mindestgebot von 25.800 Euro lässt darauf schließen, dass das Gebäude in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand ist. Die Lommatzscher Bürgermeisterin Anita Maaß (FDP) bestätigt das. "Wir haben die Kegelbahn ja 2015 wegen des baulichen Zustandes schließen müssen", sagt sie. Und ihr ist auch klar, dass ein Umbau in ein Einfamilienhaus schwierig würde. Auch der Bau einer Kläranlage sei nach wie vor notwendig, denn der gesamte Ortsteil Piskowitz wird dezentral entsorgt, ist also nicht an eine zentrale Abwasseranlage angeschlossen. Die Stadt habe das Gebäude eigentlich selbst abreißen lassen wollen, doch es gab keine geeigneten Fördermaßnahmen dafür, so die Bürgermeisterin.

Verkauft werden solle nicht nur die frühere Kegelbahn, sondern auch der ehemalige Konsum, der sich auf dem gleichen Grundstück befindet. Darüber solle demnächst der Stadtrat entscheiden. Das Grundstück solle dann dreigeteilt werden, einen Teil möchte die Stadt behalten.

Die Angebote sind bis zum 31.Januar schriftlich in einem verschlossenen und mit dem Vermerk „Kaufpreisangebot Kegelbahn Piskowitz“ gekennzeichneten Umschlag an die Stadt Lommatzsch, Am Markt 1, 01623 Lommatzsch, zu senden.

Weitere Informationen gibt es bei der Stadtverwaltung, Am Markt 1, 01623 Lommatzsch, Frau Hirth, Telefon 035241 54015, E-Mail: [email protected] Hier kann auch das Verkehrswertgutachten eingesehen werden.

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