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Es ist soweit: Zeitumstellung auf Winterzeit

In der Nacht vom 24. auf den 25. Oktober wird die Uhr umgestellt: Von der Drehrichtung, dem Sinn und damit einhergehenden Problemen lesen Sie hier.

Am Sonntag können wir guten Gewissens eine Stunde länger im Bett liegen bleiben.
Am Sonntag können wir guten Gewissens eine Stunde länger im Bett liegen bleiben. © pexels.com

Die gute Nachricht: Wir können am Sonntag eine Stunde länger schlafen, da wir die Uhr in der Nacht 3 Uhr auf 2 Uhr zurückstellen. Übrigens, eine von vielen kleinen Eselsbrücken für das Vor- oder Zurückstellen der Uhrzeit ist folgende: Im Winter gehen die Temperaturen in den Minusbereich, weshalb auch die Uhr eine Stunde zurückgestellt wird.

Die schlechte Nachricht: Generell sorgt die Zeitumstellung jedes Mal aufs Neue für etwas Verwirrung in der Gesellschaft und der biologischen, inneren Uhr. Morgens ist es von da an zeitiger hell und abends zeitiger dunkel. Es wird als Normalzeit bezeichnet, jedoch wünscht sich mehr als die Hälfte der Bevölkerung ausschließlich die Sommerzeit.

Was hat die Zeitumstellung für einen Sinn?

Diese Frage stellt sich der Großteil der Bevölkerung und wird auch bereits seit einigen Jahren in der Regierung diskutiert. Bereits vor zwei Jahren hatte das EU-Parlament den einzelnen EU-Staaten die Abschaffung der Zeitumstellung vorgeschlagen. Problem dabei ist noch die Uneinigkeit der einzelnen Länder sich für eine Zeitzone zu entscheiden. Die Gespräche über eine Einigung werden also noch fortgeführt und ein Ende der Zeitumstellung ist daher frühestens für 2021 beabsichtigt.

Seit wann gibt es die Zeitumstellung und was war der ursprüngliche Gedanke?

In Deutschland gibt es die Zeitumstellung seit 1916. Zwischendurch wurde sie immer mal wieder abgeschafft und erneut festgelegt. Seit 1980 besteht sie allerdings bis heute durchgängig. 

Ursprünglicher Erfinder war Benjamin Franklin, einer der Gründerväter der USA. In einem Brief im Jahr 1784 machte er sich über den erhöhten Kerzenverbrauch der Menschen lustig und fragte sich, warum man nicht lieber mit dem Sonnenlicht lebe. Der beabsichtigte Zweck war demzufolge das effektivere Ausnutzen der Tageshelligkeit und einer damit verbundenen Einsparung von Energie.

Probleme mit der Zeitumstellung

Mehrere Studien vergangener Jahre belegen, dass eine Umstellung der Zeit für die heutige Energiebilanz nicht mehr die Wirkung hat wie zu damaliger Zeit - oder wie das Büro der Technikfolgen-Abschätzung des Deutschen Bundestags einschätzt, lassen sich "bestenfalls nur sehr geringfügige Energieeinsparungen realisieren".

Zudem wird als häufiges Argument für die Abschaffung der Zeitumstellung die Störung des Biorhythmus des Menschen verwendet, was mit Hilfe einer Umfrage der DAK-Gesundheit im Jahr 2019 sogar belegt wurde. Dabei gaben ca. 71 Prozent der Teilnehmer an, sich aufgrund der Umstellung schlapp und müde gefühlt zu haben. 61 Prozent beklagten sich über Probleme beim Ein- und Durchschlafen. Dabei litt sogar jeder Zehnte unter depressiven Verstimmungen. „Psychische Probleme im Zuge der Umstellung auf die Sommerzeit hängen mit der biologischen, inneren Uhr des Körpers zusammen. Oft ist hier die beste Medizin schlicht ein wenig Geduld und Ruhe. Nach spätestens ein paar Tagen sollten sich Körper und Geist angepasst haben.“, so Franziska Kath, Diplom-Psychologin der DAK-Gesundheit.

Berichten des ADAC zufolge steige auch das Unfallrisiko nachweislich an, da der Feierabendweg plötzlich zur Dämmerung zurückgelegt wird und dabei vermehrter Wildwechsel stattfindet.

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