merken
PLUS Meißen

Zur Christvesper nur mit Eintrittskarte

Kirchen dürfen zu Weihnachten öffnen. Doch vieles wird in diesem Jahr anders sein. Nicht nur Mund-Nasen-Schutz ist Pflicht.

Weihnachtliche Veranstaltung in der Kirche während des Weihnachtsmarktes im vergangenen Jahr. So voll wird die Kirche dieses Jahr zu Weihnachten nicht sein.
Weihnachtliche Veranstaltung in der Kirche während des Weihnachtsmarktes im vergangenen Jahr. So voll wird die Kirche dieses Jahr zu Weihnachten nicht sein. © Gerhard Schlechte

Lommatzsch/Diera-Zehren. Einmal im Jahr sind die Kirchen in der hiesigen Region mit Sicherheit voll. Zu Weihnachten gehen auch viele Menschen in die Kirche, die sonst bei Gottesdiensten nicht gesehen werden. Doch in diesem Jahr wird es schwierig, einen Platz zu ergattern. Im Gegensatz beispielsweise zu Gaststätten dürfen die Kirchen ihre Türen ja öffnen. Und dennoch wird es bei Gottesdiensten und vor allem bei der Christvesper strenge Regeln und Einschränkungen geben.

"Wir alle hoffen sehr, dass wir in großer Freude miteinander Weihnachten auch unter Coronabedingungen feiern können. Um mit den zu erwartenden Abstands- und Hygieneregeln am Heiligen Abend umzugehen, sind verschiedene Dinge anders als die Jahre zuvor", sagt der Lommatzscher Pfarrer Dietmar Saft, der sich mit seiner Frau die Pfarrstelle teilt.

Anzeige
Fakten statt Fake News
Fakten statt Fake News

Fragen und Antworten zur Corona-Krise am Beispiel des Dreiländerecks

Fest steht: Die Kirchen werden in diesem Jahr nicht dicht gefüllt sein. Die sehr hohen Besucherzahlen in den einzelnen Kirchen auf engem Raum werden selbst mit Mund-Nasen-Schutz nicht zu verantworten sein. Aus diesem Grund wird in diesem Jahr für Dörschnitz, Lommatzsch und Neckanitz jeweils eine zusätzliche Christvesper angeboten, so der Pfarrer.

Ohne Eintrittskarte kein Einlass

Des Weiteren wird die Zahl der Besucher in den Christvespern begrenzt. Deshalb werden während der Öffnungszeiten des Pfarramtes Lommatzsch im Gemeindesaal und im Pfarramt kostenlose Eintrittskarten für die jeweiligen Christvespern ausgegeben, bis die vorgegebene Höchstbesucherzahl erreicht ist. "Ohne Eintrittskarte wird am Heiligen Abend niemand in die entsprechenden Christvespern eingelassen", macht der Pfarrer klar. Es gilt strenge Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Auch Abstände müssen eingehalten werden. Außerdem müssen alle Besucher Teilnehmerkarten ausfüllen, damit notfalls eine Nachverfolgung für die Gesundheitsämter möglich ist. Natürlich werde bei den erhobenen Daten den Erfordernissen des Datenschutzes Genüge getan und nach der gesetzlich festgelegten Vier-Wochen-Frist würden diese Teilnehmerkarten wieder vernichtet, versichert Pfarrer Saft. Ob es eine inhaltliche Ausgestaltung der Christvespern mit oder ohne Krippenspiel und in welcher Art geben könne, werde vermutlich bis kurz vorher offen bleiben müssen.

Singen auch mit Mundschutz verboten

Die Regeln gelten auch im Nachbargemeindekreis Dörschnitz-Striegnitz. So darf beispielsweise in der Kirche Zehren nur jede zweite Reihe besetzt werden, aber auch nicht vollständig. Die Abstände müssen eingehalten werden, sagt Pfarrer Andreas Sureck. "Das führt dazu, dass statt rund 400 möglichen Besuchern nur 120 in die Kirche zur Christvesper eingelassen werden", so der Zehrener Pfarrer. Gesungen werde dürfe nicht, denn das sei jetzt auch mit Mund-Nasen-Schutz verboten. Während es in Zehren nur eine Christvesper um 17 Uhr und in Striegnitz um 14 Uhr geben wird, finden in Dörschnitz zwei statt, und zwar um 15.30 Uhr und um 18.30 Uhr. In der dortigen Kirche dürfen maximal 80 Besucher Platz nehmen, in der Striegnitzer bis zu 70.

Weiterführende Artikel

Arbeiterpriester statt Hochwürden

Arbeiterpriester statt Hochwürden

20 Jahre hielt Pfarrer Andreas Sureck Purschwitz und Kleinbautzen die Treue. Jetzt soll er nach Zehren wechseln.

"Ich denke schon, dass wir verantwortungsbewusst mit der Situation umgehen werden", sagt Pfarrer Andreas Sureck. Er selbst war einige Tage in Quarantäne, hatte leichte Symptome. Ein Corona-Test verlief allerdings negativ. Es war nur ein grippaler Infekt. Er hofft, dass er bis Weihnachten wieder völlig genesen ist, denn bei vier Christvespern kurz hintereinander ist gesundheitliche Höchstform gefragt. "Sicher ist jetzt schon, dass es ein Weihnachten wird, das wir so noch nie erlebt haben", sagt der 61-Jährige, der seit sechs Jahren Pfarrer in Zehren ist.

Mehr zum Thema Meißen