merken
PLUS Meißen

Hahnemannzentrum im Zeitverzug

Noch sind nicht alle Bauarbeiten am Tagungs- und Veranstaltungszentrum in Heiligkreuz erledigt. Bauleiter Helge Landmann nennt jetzt einen Termin.

Dieses Foto entstand, als die neue Halle am Ende des vorigen Jahres im Rohbau fertig war.
Dieses Foto entstand, als die neue Halle am Ende des vorigen Jahres im Rohbau fertig war. © Hahnemannzentrum Meißen e.V.

Meißen. Das Ocker der Fassade leuchtet in der Sonne. An den Ecken ist das Gebäude mit gebrochenen Natursteinen verkleidet. Auch wenn sie noch nicht ganz fertig ist, fällt die neue Halle ins Auge, wenn man das Gelände des Hahnemannzentrums von der Leipziger Straße aus betritt. Dass Fenster und Türen noch nicht eingebaut werden konnten, erklärt Helge Landmann mit Lieferschwierigkeiten mehrerer Handwerksbetriebe, die ihre Ursache in der Pandemie und ihre Auswirkungen haben. Auch der Fußboden ist noch nicht ganz fertig. Zwar sind die Tausenden leeren Flaschen, die zur Wärmedämmung unter die Estrich-Schichten eingebaut wurden, nicht mehr zu sehen, aber die obere Schicht muss noch verlegt werden.

Wandern
Schritt für Schritt
Schritt für Schritt

Gerne an der frischen Luft und immer in Bewegung? Wanderwege, Tipps und Tricks finden Sie hier.

Der Vorstandsvorsitzende des Vereins Hahnemannzentrum e. V. selbst steht auf einem Gerüst im Innern des Rohbaus, um der hölzernen Deckenverkleidung „den letzten Schliff zu geben“. Mit dem Elektriker klärt er außerdem, wo genau weitere Leitungen, Steckdosen und Schalter hinkommen sollen. Die Steuerung für die Heizungsanlage ist bereits installiert.

Eigentlich sollte in der Halle schon im Mai alles erledigt sein – rechtzeitig, damit die traditionellen Hahnemanntage, die im vorigen Jahr ausgefallen sind und in diesem Jahr verschobenen werden mussten, am ersten Juli-Wochenende hier hätten stattfinden können. Die Teilnehmer aus mehreren Ländern, die nach Meißen kommen, um den hier geborenen Begründer der modernen Homöopathie Samuel Hahnemann (1755 - 1843) zu ehren, konnten sich am vergangenen Wochenende bereits einen Eindruck von der neuen 24 Meter langen und zehn Meter breiten Halle verschaffen – bei einem abendlichen Empfang.

Zwar musste dafür manches improvisiert werden. Aber die Gäste konnten sich davon überzeugen, dass hier über Jahrhunderte überlieferte Technologien und klimaneutrales Bauen angewandt wurden. Bauleiter Helge Landmann informierte unter anderem darüber, dass die zur Errichtung des Baukörpers verwendeten Rohstoffe Lehm, Holz und Chinaschilf allesamt aus der Region stammen – ohne Veredlungsstufen zwischen Gewinnung und Nutzung auf der Baustelle. Wert wurde auch darauf gelegt, dass die verwendenden Baustoffe auch von der Farbe her mit den Mauerresten, der im 13. Jahrhundert errichteten Zisterzienserklosteranlage „Zum Heiligen Kreuz“ korrespondieren.

Nicht nur Baustoffe und Bauweise machen das Projekt auf dem Gelände des früheren Klosters einzigartig. Zum überwiegenden Teil wurden die Bauarbeiten über soziale Projekte ausgeführt. Die etwa zehn Helfer, die Helge Landmann auf der Baustelle zur Seite stehen, leisten Dienst im Rahmen eines freiwilligen ökologischen Jahres, sind Ein-Euro-Jobber oder Jugendliche, die vom Gericht auferlegte Sozial-Stunden ableisten, oder in befristeten Maßnahmen verschiedener Projekte arbeiten, wie Bauleiter Landmann berichtet. Damit leistet der Verein Hahnemannzentrum Meißen e. V. auch einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag – auch wenn es mitunter schwierig und nervenaufreibend ist, mit Ämtern und Behörden Bewilligung und Finanzierungen auszuhandeln. Dass Lösungen gefunden werden konnten, trug ebenso zum Baufortschritt bei wie zahlreiche Geld- und Sachspenden.

Weiterführende Artikel

Ein Haus aus Lehm, Kies und Chinaschilf

Ein Haus aus Lehm, Kies und Chinaschilf

Beim Besuch des Klostercafés am Sonnabend können Besucher im Hahnemannzentrum Meißen den Rohbau eines neuen Gebäudes ansehen.

Kann Hahnemannzentrum umgebaut werden?

Kann Hahnemannzentrum umgebaut werden?

Der Verein hat mit Arbeiten an einem neuen Haus begonnen. Ob es jetzt weitergeht, hängt von einem Beschluss im Stadtrat ab.

In den nächsten Wochen soll alles zu einem guten Ende gebracht werden. Helge Landmann nennt den 12. September. An diesem Tag soll die diesjährige Lange Nacht der Kunst, Kultur und Architektur in Meißen stattfinden. Bis dahin soll das neue Tagungs- und Veranstaltungszentrum des Vereins fertig sein. Als Zentrum für Homöopathie, Umweltbildung und ökologisches Bauen kann der Verein seine Angebote an Seminaren, Kursen und Fortbildungen ausbauen. Außerdem kann er durch Vermietungen der Halle – auch für Feierlichkeiten – auf eine neue Einnahmequelle hoffen.

Mehr zum Thema Meißen