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„Meistens dienstags mussten wir raus“

Stadtwehrleiter Maik Häßlich spricht über seine Wiederwahl, Wünsche und eine kuriose Statistik.

© Klaus-Dieter Brühl

Herr Häßlich, ich rufe Sie gerade in Baden-Württemberg an. Sind Sie etwa im Urlaub?

Schön wär’s. Ich bin hier zu einer Baubesprechung für unseren neuen Einsatzleitwagen, der hier ausgerüstet wird. Da gibt es im Vorfeld viele Sachen abzustimmen.

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Was ist das für ein Fahrzeugtyp?

Ein Vito von Mercedes.

Hat Großenhain schon einen Einsatzleitwagen für Führungskräfte?

Doch. Aber der ist schon sehr alt und entspricht nicht mehr dem Stand der Technik.

Was wird es kosten?

105 000 Euro. Bis Oktober dieses Jahres soll er geliefert und in Dienst gestellt werden.

Das ist Zukunftsmusik. Kommen wir zum Aktuellen: Gratulation zur Wiederwahl als Großenhainer Stadtwehrleiter!

Vielen Dank. Ich möchte mich an dieser Stelle bei den ehemaligen Leitungsmitgliedern für ihre Arbeit bedanken und freue mich auf die Zusammenarbeit mit den neu gewählten Kameraden. Außerdem bedanke ich mich bei allen Kameraden für das mir entgegengebrachte Vertrauen. Auch bei denen, die mich nicht gewählt haben, aber dennoch die letzten fünf Jahre hinter mir standen. Sonst wären wir als gemeinsame Großenhainer Feuerwehr nicht dort, wo wir jetzt stehen.

Es gab aber in der Vergangenheit tiefschneidende Einschnitte. Von 15 Ortsfeuerwehren sind acht geblieben.

Ja, das stimmt. Die Strukturänderung war notwendig und macht auch Sinn. Dass sich die Großenhainer Feuerwehr weiterentwickelt hat, spiegelt sich auch in der jetzigen Wahl wider. Denn erstmals hatten alle Kameraden, die auf dem Wahlzettel standen, auch die Voraussetzung für eine leitende Funktion innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr. Denn bisher fehlten bei dem einen oder anderen ein, zwei Lehrgänge, die eigentlich notwendig sind. Von daher bin ich froh, dass wir alle Stellen in den Ortsfeuerwehren besetzen konnten. Es ist nicht selbstverständlich, dass sich noch Leute dafür bereiterklären, Verantwortung ehrenamtlich zu übernehmen. Denn gerade heutzutage steht das Private bei vielen im Vordergrund.

Wann brennt es denn am häufigsten in Großenhain?

Da gibt es tatsächlich eine kuriose Statistik. Im vergangenen Jahr sind wir meistens dienstags zwischen 18 und 24 Uhr alarmiert worden. Aber das war wohl eher Zufall. Insgesamt wurden wir zu 152 Einsätzen gerufen, u. a. zu acht Großbränden. Dabei konnten wir 65 Menschen aus der Not oder sogar das Leben retten, sechs Menschen leider nicht.

Mit 20 Fahrzeugen ist die Feuerwehr Großenhain gut ausgerüstet. Oder fehlt noch was?

Mir ist sehr wichtig, dass wir uns einen Gerätewagen Logistik anschaffen. Dieses Fahrzeug ist eine Art mobiles Lager mit zusätzlichen Schläuchen und Atemschutzgeräten. Um dieses Fahrzeug werde ich kämpfen, weil es für größere Einsätze einfach notwendig ist.

Gespräch: Jörg Richter