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Menschenkette für bessere Pflege

In Görlitz wiesen am Mittwoch Mitarbeiter und Bewohner des Awo-Heimes auf Probleme hin.

© Pawel Sosnowski/pawelsosnowski.c

Von Sebastian Beutler

Den Buß- und Bettag nutzten Mitarbeiter des Zentralhospitals der Arbeiterwohlfahrt auf der Krölstraße, um zusammen mit Bewohnern, deren Angehörigen sowie der Gewerkschaft Verdi auf die Situation in den Altenheimen hinzuweisen. Bundesweit organisierte die Gewerkschaft am Aktionstag für eine bessere Pflege Aktionen wie in Görlitz, wo die Menschen eine Kette um das Awo-Altenheim bildeten.

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Menschenkette in Görlitz

Menschen bilden eine Kette um das Awo-Altenheim in der Kroelstrasse in Goerlitz.Pawel Sosnowski/pawelsosnowski.c
Menschen bilden eine Kette um das Awo-Altenheim in der Kroelstrasse in Goerlitz.Pawel Sosnowski/pawelsosnowski.c
Danach folgte eine Kundgebung.Pawel Sosnowski/pawelsosnowski.c
Danach folgte eine Kundgebung.Pawel Sosnowski/pawelsosnowski.c
"Pflege braucht mehr Personal" war die Haupt-Forderung. Pawel Sosnowski/pawelsosnowski.c
"Pflege braucht mehr Personal" war die Haupt-Forderung. Pawel Sosnowski/pawelsosnowski.c
Das machten Pflegende und Pflegebedürftige deutlich.Pawel Sosnowski/pawelsosnowski.c
Das machten Pflegende und Pflegebedürftige deutlich.Pawel Sosnowski/pawelsosnowski.c
Auch mit diesen umgehängten Schildern.Pawel Sosnowski/pawelsosnowski.c
Auch mit diesen umgehängten Schildern.Pawel Sosnowski/pawelsosnowski.c

Auch wenn sich die Mitarbeiter in den Pflegeeinrichtungen täglich aufs Neue bemühen, die Bewohner gut zu betreuen, sie gelangen schnell auch an Grenzen. Die haben viel mit der Personalausstattung zu tun. Daher fordert die Branche seit Monaten einen bundesweit einheitlichen Personalschlüssel. Dabei, so erklärt Awo-Heimleiterin Jana Nickolmann, müssten auch die Entwicklungen in der Arbeitswelt berücksichtigt werden. „Dies betrifft sowohl die Erkrankungshäufungen von Mitarbeitern als auch die belastenden Arbeitssituationen bei der Pflege von Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen“, sagt sie. Auch muss der Landesrahmenvertrag, der entscheidend für die Personalausstattung und die zu erbringenden Leistungen ist, auf die neuen gesetzlichen Bedingungen angepasst werden. Schließlich gibt es auch Ärger mit dem neuen System der Pflegegrade, das Anfang des Jahres die alten Pflegestufen ablöste. Doch gibt es bis heute keinen gültigen wissenschaftsbasierten Personalschlüssel. „Nach wie vor gelten übergeleitete Werte“, sagt Frau Nickolmann. Das führt mitunter sogar zu einer Verschlechterung. Beim neuen Pflegegrad 5 soll eine Pflegekraft 2,28 Bewohner versorgen. Bei der vergleichbaren früheren Pflegestufe 3 hatte sich eine Pflegekraft aber lediglich um 1,6 bis 1,9 Bewohner zu kümmern. Die angebliche Verbesserung stellt sich im Nachhinein als Verschlechterung dar.

Einige Impressionen zeigen wir in unserer Bildergalerie.