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Menschenkette gegen Rechts

Bautzener protestierten am Montag gegen einen Aufmarsch der NPD im Stadtzentrum – mit viel Farbe und einer besonderen Spendenaktion.

© Robert Michalk

Bautzen. Mit einer Menschenkette haben Bautzener und Gäste der Stadt am Montag ein Zeichen gegen eine Demonstration der NPD gesetzt. Nach Angaben der Veranstalter waren rund 700 Menschen dem Aufruf gefolgt.

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Bilder vom 1. Mai in Bautzen

Vom Best Western-Hotel bis zum Lidl-Einkaufsmarkt an der Steinstraße versammelten sich die Teilnehmer - viele davon mit bunten Schirmen –, um friedlich gegen den Aufmarsch der Rechten zu protestieren. Dem Aufruf der NPD waren bis zum Mittag rund 120 Teilnehmer gefolgt. Die Demonstration hatte bereits im Vorfeld für Kritik gesorgt - unter anderem, weil am Maifeiertag der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zu seinem traditionellen Familienfest auf den Kornmarkt eingeladen hatte. Ein breites Bündnis aus Parteien, Verbänden und Bautzenern hatte sich daraufhin gegen den Aufmarsch der Rechten positioniert.

Mit einer besonderen Spendenaktion soll der Protest unterstrichen werden. Für jeden Teilnehmer der rechtsextremen Kundgebung wird ein gewisser Betrag an Initiativen gespendet, die sich für Geflüchtete oder gegen Fremdenfeindlichkeit engagieren. Jeder kann dabei selbst entscheiden, wie viel er pro Kopf für gemeinnützige Zwecke überweisen möchte.

Bereits ab dem Vormittag hatte der DGB ins Bautzener Stadtzentrum eingeladen. Beim traditionellen Familienfest auf dem Kornmarkt gab es Musik, Sportakrobatik und Angebote für Kinder. „Wir sind viele. Wir sind eins“ hieß diesmal das Motto. Zu den Rednern des Tages gehörte neben Landrat Michael Harig auch Bautzens Oberbürgermeister Alexander Ahrens. Er finde es unerträglich, dass Populisten versuchen, die Situation im Land für ihre Zwecke zu instrumentalisieren, so der OB. Es sei an der Zeit, „dass wir uns dagegenstellen“. Unter dieser Prämisse hatten auch Bautzens Linken-Politikerin Caren Lay und Annalena Schmidt vom Bündnis Bautzen bleibt bunt die Idee entwickelt, die Bautzener zu einer Menschenkette aufzurufen. Nach Angaben der Veranstalter waren rund 700 Menschen dem Aufruf gefolgt.

Die Polizei war mit mehr als 300 Beamten im Einsatz, um die Veranstaltungen in Bautzen abzusichern. Polizisten verhinderten eine Sitzblockade am Gesundbrunnenring und setzten dabei zeitweise Reizstoff ein. Nach Polizeiangaben hatten etwa 20 zumeist junge Gegendemonstranten hier versucht, die Demonstration der NPD zu stoppen.

Gesetzesverstöße wurden kaum zu registriert. Bei einem 20-jährigen Teilnehmer des NPD-Aufzuges stellten Einsatzkräfte ein in Deutschland verbotenes Einhandmesser sicher. Ihn erwartet ein Ermittlungsverfahren wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Aufgrund der Einsatzmaßnahmen kam es im Tagesverlauf in der Innenstadt von Bautzen zu Verkehrsbehinderungen. (szo)(szo)

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