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Mercedes macht mobil

Teamchef Toto Wolff will die Silberpfeile in China endlich in Bestform sehen und in der Formel 1 die Wende schaffen.

© dpa

Von Claas Hennig

Die Zeiten des Hätte-wenn-und-aber-Sagens sollen für Mercedes-Teamchef Toto Wolff in dieser Formel-1-Saison vorbei sein. Nach den Niederlagen in Australien und Bahrain fordert er von der Weltmeister-Mannschaft bereits am Sonntag in Schanghai die Wende im Titelkampf gegen Ferrari und Doppelsaisonsieger Sebastian Vettel. „Um in diesem Jahr zu gewinnen, müssen wir in Bestform sein“, betont der Österreicher vor dem dritten Grand Prix des Jahres in der ostchinesischen Stadt.

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Erstmals seit 2013 konnte kein Silberpfeil bei einem der ersten beiden Rennen des Jahres triumphieren. „Das war nicht der Saisonstart, den wir uns erhofft hatten“, erklärt der Teamchef. „Wir haben jetzt bei zwei Rennen hintereinander mit einem Auto Schadensbegrenzung betrieben und mit dem anderen Boliden den Erfolg knapp verpasst.“

Zweimal schenkte Mercedes die Siege an Ferrari und Vettel. In Australien hätte Weltmeister Lewis Hamilton gewinnen müssen, doch ein fehlerhaftes Computer-Programm führte zu einer folgenschweren Strategie-Panne. Am Ende belegte der Brite den zweiten Platz. In Bahrain hätte ein Silberpfeil zumindest triumphieren können. Doch erneut verpassten Valtteri Bottas und Hamilton in dem Taktik-Spiel als Zweiter und Dritter den möglichen Erfolg. Beide Rennen seien durch kleinste Details entschieden worden, „aber das macht es nicht besser. Genau genommen ist es dadurch sogar noch frustrierender“, meint Wolff. 2018 gebe es „im Titelkampf absolut keinen Spielraum für Fehler“.

Doch der 46-Jährige ist zuversichtlich, dass der Rennstall, der seit 2014 die Fahrer- und Konstrukteurs-Weltmeisterschaft gewann, sich der Aufgabe bewusst ist. „Ich denke, dass unser Team nach der Zielankunft in Bahrain die richtige Reaktion gezeigt hat: Anstatt mit dem Doppelpodium zufrieden zu sein, hat jeder bemerkt, dass die Plätze zwei und drei das Minimum waren“, sagt Wolff. Man habe sich noch in der Wüste von Sakhir „auf Fehlersuche begeben, um uns für China zu verbessern und dort gestärkt zurückzuschlagen“.

Immerhin reist Mercedes mit der Gewissheit nach Schanghai, das schnellste Auto im Feld zu haben. Außerdem erwies sich der in einem Sumpfgebiet erbaute Kurs in der ostchinesischen Stadt in den vergangenen Jahren als Silberpfeil-Terrain. Nach den vergangenen sechs Grand Prix standen fünfmal Stern-Fahrer auf dem obersten Podest. Allein der vierfache Champion Hamilton triumphierte 2014, 2015 und 2017. Insgesamt gewann er im Reich der Mitte fünfmal. „Generell ist das eine gute Strecke für mich“, betont der 33-Jährige. Er hoffe, an diesem Wochenende den Spieß „ein wenig umzudrehen“. Auch der Brite mahnt wie sein Vorgesetzter Wolff an, „dass wir bessere Arbeit leisten müssen“. Hamiltons Dauerrivale Vettel weist nach zwei von 21 Grand Prix die perfekte Ausbeute von 50 Punkten auf. Hamilton liegt schon 17 Zähler dahinter. „Es wird hart. Die Ferraris haben in den vergangenen Rennen ein unglaubliches Tempo gezeigt“, erklärt Hamilton.

Vettel kommt mit extrem viel Selbstbewusstsein, gepaart mit einer gesunden Selbsteinschätzung, nach Schanghai. Sein Wagen ist schneller als erwartet. Seine Mannschaft hat die Probleme aus den Testfahrten rasch gelöst. „Auch wenn jetzt für uns die ersten beiden Rennen erstaunlich verlaufen sind, es gibt noch einen langen Weg und eine lange Saison, viele Rennen, viele Dinge, die passieren können“, meint der 30-jährige Heppenheimer. Ein weiterer Sieg am Sonntag wäre auf alle Fälle etwas Besonderes für ihn: Es wäre sein 50. im 201. Rennen. Mercedes würde liebend gern seine Jubiläumsfeier aufschieben. (dpa)

TV-Tipp: RTL überträgt am Sonntag ab 8.10 Uhr live.