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Merkel kommt nach Chemnitz

Nach den Vorfällen Ende August in der Stadt hatte die Oberbürgermeisterin die Kanzlerin eingeladen. Die will jetzt tatsächlich kommen. Etwas spät, findet Barbara Ludwig.

© dpa

Chemnitz. Die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) hätte sich gewünscht, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) viel eher als am 16. November in die Stadt kommt. Sie habe die Kanzlerin nach den Vorfällen in Chemnitz schon Anfang September eingeladen. „Es hat leider so lange gedauert, andere Dinge waren wichtiger“, sagte Ludwig am Freitag dem Sender MDR Aktuell. In Chemnitz war es Ende August zu aggressiven, teilweise rassistischen Protesten gekommen, nachdem ein 35-Jähriger mutmaßlich von Asylbewerbern erstochen wurde.

Die Kanzlerin sei Adressatin jener Demonstranten, die sich „nicht mit den Hitlergrüßern gemein“ machten, aber die Migrationspolitik kritisierten, meinte Ludwig. Merkel habe die Entscheidungen 2015 getroffen und später nicht richtig erklärt. Dabei sei Vertrauen in den Staat verloren gegangen. „Das spürt man heute noch, wenn es um das Thema Sicherheit geht.“ Sie bedauere sehr, dass die Kanzlerin erst jetzt komme, „weil es die Stadt noch mal aufwühlen“ werde. Der 16. November werde „sicher wieder ein sehr schwieriger Tag für Chemnitz“.

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Die SPD-Politikerin hatte Merkel ursprünglich zu dem von der Stadt organisierten Bürgerdialog „Im Gespräch bleiben“ eingeladen. Dann wurde bekannt, dass die Kanzlerin mit Lesern der in Chemnitz erscheinenden „Freien Presse“ diskutieren wird. Ludwig hatte sich daraufhin überrascht gezeigt und kommentiert, dies sei „nicht das Format eines Bürgergesprächs“, zu dem sie Merkel eingeladen habe. (dpa)