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Metall-Tarifkonflikt im Osten noch nicht beigelegt

In Ba-Wü wurde der Kompromiss geschafft, die Metaller dort haben einen neuen Tarifvertrag - Vorbild für andere Bezirke. Im Osten gibt es noch einen Stolperstein.

© Daniel Reinhardt/dpa (Symbolfoto)

Berlin. Nach der Einigung im Südwesten ist der Tarifkonflikt in der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie noch nicht ausgestanden. Die Arbeitgeber lehnen weiterhin eine Angleichung der Arbeitszeit von derzeit 38 auf 35 Stunden wie im Westen ab.

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Die IG Metall will die Arbeitgeber zumindest dazu bringen, darüber mit ihr zu verhandeln. Das müsse die Gewerkschaft „in unseren regionalen Übernahme-Verhandlungen für Berlin und Brandenburg sowie für Sachsen erreichen“, sagte Bezirksleiter Olivier Höbel am Dienstag.

Zuvor hatten die Tarifparteien in Baden-Württemberg einen Pilot-Tarifabschluss erzielt. Zur unterschiedlichen Arbeitszeit in West und Ost sagte Gesamtmetall-Präsident Rainer Dulger anschließend: „Der Osten braucht diesen Wettbewerbsvorteil weiterhin. Die längere Arbeitszeit muss bleiben.“

Die in Stuttgart vereinbarten Möglichkeiten zur individuellen Arbeitszeitverkürzung könnten auf höherer Basis problemlos auf den Osten übertragen werden, ergänzte Dulger. Ob darüber hinaus in den kommenden Jahren verbindlich über eine Angleichung der Wochenarbeitszeit an den Westen gesprochen werde, sei Sache der regionalen Mitgliedsverbände. Ein Streik der IG Metall für die 35-Stunden-Woche im Osten war 2003 erfolglos geblieben.

In Stuttgart vereinbarten beide Seiten eine Einkommenserhöhung von 4,3 Prozent bei 27 Monaten Vertragslaufzeit. Arbeitnehmer können ab 2019 bis zu zwei Jahre lang die Wochenarbeitszeit auf bis zu 28 Stunden senken. Die Unternehmen dürfen im Gegenzug mehr Beschäftigte als bisher länger als 35 Stunden pro Woche arbeiten lassen. (dpa)