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Metall vor Entscheidung

Die IG Metall mobilisiert vor der Tarifrunde heute noch mal Zehntausende.

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Frankfurt am Main/Dresden. Im Metall-Tarifkonflikt heißt es heute „hopp oder top“: Bei der fünften Verhandlungsrunde in Baden-Württemberg soll unter dem Druck von Warnstreiks der Durchbruch gelingen. „Alle Argumente sind ausgetauscht, alle Bausteine liegen auf dem Tisch“, sagt der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Martin Kannegiesser.

Doch zwischen der Forderung der IG Metall nach 6,5 Prozent mehr Geld und dem Angebot der Arbeitgeber von 2,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt sowie einem Konjunkturbonus von 0,5 Prozent klafft noch eine große Lücke. Wenn diese auch in Sindelfingen nicht geschlossen werden kann, wird die IG Metall zum äußersten Mittel eines Arbeitskampfes greifen.

So weit wollen es die Arbeitgeber nicht kommen lassen. Die Auftragsbücher der Autoindustrie, Maschinenbauer und Elektrounternehmen sind voll, die Kapazitäten zu mehr als 90Prozent ausgelastet. Die Warnstreiks und damit verbundene Produktionsunterbrechungen kommen vielen Unternehmen ungelegen. Da vielerorts schon bis zum Anschlag gearbeitet wird, können Ausfälle kaum nachgearbeitet werden. Zudem machen sich Bilder von aufgebrachten Beschäftigten mit roten Fahnen vor den Werkstoren in Boomzeiten nicht gut. Deshalb wollen viele Arbeitgeber die ungewöhnlich massiven Protestaktionen so schnell beendet sehen.

Bei bundesweiten Aktionen wollte die IG Metall gestern 100000 Teilnehmer zu Warnstreiks mobilisieren. In Sachsen beteiligten sich etwa 400 Metaller an Protesten bei Bosch Rexroth in Chemnitz, Siag Tube & Tower in Leipzig, BBT Thermotechnik in Neukirchen, Johnson Controls Sachsen und SAS Autosystemtechnik in Zwickau. Für heute wurde eine Ausweitung auf zehn Betriebe angekündigt. Im Regierungsbezirk Dresden sind Aktionen geplant bei Bombardier in Görlitz und Bautzen, in Dresden bei Areva Energietechnik, EADS Elbe Flugzeugwerke, Gläserne VW-Manufaktur, Schäfer GmbH und Thyssen-Krupp Aufzüge. (dpa/SZ)