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Mieten in Dresden steigen weiter

Der neue Mietspiegel zeigt, dass immer weniger günstige Unterkünfte zur Verfügung stehen. Das soll die Woba ändern.

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© René Meinig

Von Andreas Weller

Dresden. Ein qualifizierter Mietspiegel sagt viel aus. Mieter können darin sehen, wie hoch die Vergleichsmiete im Umfeld ist und Vermietern auf die Finger klopfen, wenn diese die Kosten zu sehr nach oben treiben wollen. Er sagt aber auch, wie sich die Mieten insgesamt entwickeln. Und da gibt es in Dresden nur eine Richtung: nach oben. „Es ist der stärkste Anstieg seit 2006“, so Sozialbürgermeisterin Kristin Kaufmann (Linke): „Das zeigt: Es gibt eine Anspannung auf dem Wohnungsmarkt.“

Der jetzt vorgelegte Mietspiegel gilt für 2017 und 2018. Vor allem die Kosten für Wohnungen in einfacher Lage und mit einfacher Ausstattung, für Leute, die nicht viel Geld haben, steigen überproportional. Für die Wohnungen beträgt der Anstieg 15,8 Prozent. „Allerdings ist das absolut nicht so sehr viel, weil die Mieten von einem sehr niedrigen Niveau kommen“, so Johannes Promann vom Gewos Institut, das für die Stadt den Mietspiegel erstellt hat. Bei teureren Wohnungen ist der Anstieg prozentual geringer, absolut müsse aber viel mehr gezahlt werden. Im Schnitt steigen die Mieten um 6,8 Prozent.

Das Hauptproblem ist aber: Sehr günstige Wohnungen werden knapp. Der Anteil an Wohnungen, die unter vier Euro Kaltmiete pro Quadratmeter kosten, ist auf 1,7 Prozent gesunken. Im vergangenen Jahr lag dieser noch bei 4,4 Prozent. Insgesamt sind deutlich weniger Wohnungen für unter sechs Euro zu haben als bisher. „Das liegt vor allem an den Sanierungen“, so Kaufmann. Die Vermieter hübschen ihre Häuser auf und vermieten die Wohnungen für deutlich mehr Geld. Mehr als die Hälfte der Wohnungen in der Stadt kosten zwischen sechs und über zehn Euro pro Quadratmeter. Die Durchschnittsmiete liegt demnach bei 6,80 Euro, im vergangenen Jahr lag sie noch bei 5,70 Euro. In die Auswertung sind Wohnungen eingeflossen, bei denen es in den vergangenen vier Jahren Veränderungen gab, also eine Mieterhöhung für die Bewohner oder durch einen Wechsel. Auch Neubauten, die zum ersten Mal vermietet wurden, sind mit eingeflossen. Dieser Anteil liege aber unter einem Prozent und habe deswegen laut Kaufmann kaum Auswirkungen.

„Die Mieten steigen, aber auch der Bedarf an günstigem Wohnraum“, so Kaufmann. Um künftig ausreichend bezahlbare Wohnungen anzubieten, werde die neue städtische Wohnungsbaugesellschaft benötigt. „So kann die Stadt über Fördermittel vom Land das preisgünstige Segment stärken und den Bedarf abdecken“, so Kaufmann. Woba-Wohnungen sollen bis maximal 6,80 Euro Kaltmiete kosten. Die wenigen derzeit noch günstigeren Wohnungen werden nach und nach vom Markt verschwinden. Das Segment werde laut Promann in anderen Städten, vor allem in den alten Bundesländern, gar nicht mehr angeboten. Dresden steure darauf zu, dass die günstigsten Wohnungen künftig zwischen fünf und sieben Euro kosten werden.

Der Anstieg um 6,8 Prozent liegt über dem in Hamburg, Hannover und Frankfurt am Main. Andere Großstädte haben ihre Mietspiegel noch nicht fertig. In Leipzig gibt es einen Mietspiegel, dessen Methode aber nicht mit dem der anderen Großstädte vergleichbar ist.

Mietspiegel und weitere Informationen sind online unter www.dresden.de/mietspiegel zu finden.