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Mieter wollen Hochhaus nicht verlassen

Mindestens drei Wohnungen sind im Wohnblock am Pirnaischen Platz noch belegt. Dafür büßen soll nun der Eigentümer.

© Christian Juppe

Lange, finstere Flure und Totenstille: Fast alle Wohnungen im Hochhaus am Pirnaischen Platz stehen inzwischen leer – aber nur fast. Mindestens drei Mieter haben den 14-Geschosser immer noch nicht verlassen. Und das obwohl die Bauaufsicht aufgrund schwerer Brandschutzmängel verboten hatte, das Gebäude weiter zu nutzen.

Knapp 40 alte Mieter haben bereits eine neue Bleibe gefunden. Viele haben dafür Geld bekommen. Schon vor Monaten hatte der Vermieter versucht, die Bewohner so zu überzeugen, den Mietvertrag zu kündigen und auszuziehen. Um die 1 000 Euro sollen ihnen angeboten worden sein.

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Die verbliebenen Bewohner weigern sich aber offenbar, das Geld zu nehmen und das Gebäude zu verlassen. „Es leben noch Mieter im Haus“, bestätigt die Stadtverwaltung. Sie sieht den Hauseigentümer, das Unternehmen „Creo 7“, in der Pflicht, das Problem zu lösen. Er soll die Bewohner beim Umzug unterstützen. Schließlich liegt der mangelhafte Brandschutz in seiner Verantwortung. Weil er das bislang nicht schaffte, hat das Rathaus nun ein Zwangsgeld gegen ihn verhängt. 25 000 Euro muss er zahlen. Das soll ihn dazu bewegen, die Anordnung der Stadt zu erfüllen, wie auch immer. „Dies ist die maximale Höhe“, heißt es. Ob er den Betrag bereits überwiesen hat, will die Stadt nicht sagen. Wie lange die Verwaltung dem Vermieter noch Zeit gibt, lässt die Stadt ebenfalls unbeantwortet.

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Allerdings werde derzeit geprüft, ob das Hochhaus durch die Polizei zwangsgeräumt wird. Bis das möglich wäre, müssten jedoch alle anderen Mittel ausgeschöpft werden. So dürften zum Beispiel Zwangsgelder so oft verhängt werden, bis der Eigentümer das Haus endlich geleert hat. Laut Medienberichten argumentiert ein Sprecher der Eigentümergesellschaft, die Komplettsanierung des in den 60er-Jahren gebauten Hauses verschiebe sich, weil sich Mieter weigerten, auszuziehen. Tatsächlich liegt aber nicht einmal eine Baugenehmigung vor. Ein Antrag sei eingereicht worden. Allerdings sei dieser nicht vollständig, so die Verwaltung. (SZ/sr)