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Mieterverein: „Wir haben Münchner Verhältnisse“

Die Preise bei Neuvermietungen erreichen neue Höhen. Immer mehr Mietern werde gekündigt, auch zu Unrecht.

Von Tobias Winzer

Ungerechtfertigte Mieterhöhungen, immer mehr Kündigungen und Höchstpreise bei Neuvermietungen – Dresdens Mietern stehen schwere Zeiten bevor. Das jedenfalls glaubt der Dresdner Mieterverein. „Wir haben mittlerweile schon eine äußerst kritische Situation erreicht“, sagte der Vorsitzende Peter Bartels am Freitag. Bartels, der auch für die SPD im Dresdner Stadtrat sitzt, kritisierte das kürzlich vorgelegte Wohnkonzept der Stadt. „Nach 28 Monaten Bearbeitungszeit wurde erwartet, dass die Bedürfnisse des überwiegenden Teils der Bürger, die zur Miete wohnen und wohnen wollen, berücksichtigt und nicht ausgeblendet werden.“ Der Wohnungsmarkt habe sich von einem Mieter- zu einem Vermietermarkt gewandelt – mit all seinen negativen Folgen für den Mieter. „Wir haben Frankfurter, Münchner oder Hamburger Verhältnisse.“

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Der Mieterverein geht davon aus, dass der Wohnungsleerstand derzeit noch bei rund drei Prozent liegt. Das habe auch eine Stellungnahme von Oberbürgermeisterin Orosz bestätigt, so Bartels. Weil sich die Vermieter die Mieter aussuchen könnten, schnellten die Preise bei Neuvermietungen in die Höhe. Anders als Bestandsmieten können diese frei festgelegt werden.

Der Mieterverein legte einen Extremfall vor, bei dem eine Wohnung in der Neustadt für zehn Euro pro Quadratmeter Kaltmiete angeboten wurde. Das seien 85 Prozent mehr als nach der im Mietspiegel verzeichneten ortsüblichen Miete. Laut Mieterverein hätten die Wohnungseigentümer wegen der Marktlage immer größeres Interesse daran, den Alt-Mietern zu kündigen. Die Zahl der Beratungsfälle wegen Kündigungen beim Mieterverein ist zwischen 2006 und 2013 von 130 auf 310 gestiegen. Immer öfter werde auch wegen Eigenbedarfs gekündigt. „Es gibt auch Fälle, bei denen das nur vorgeschoben ist“, so Bartels.

Der Mieterverein fordert die Stadt auf, schnell Abhilfe zu schaffen. Sie soll eigene Grundstücke für einen niedrigen Preis an die Tochter Stesad oder an Genossenschaften abgeben und im Gegenzug den Bau günstiger Wohnungen fordern.