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Migranten fühlen sich in Sachsen wohl

Die meisten Migranten gaben an, im Job positive Erfahrungen mit Einheimischen gemacht zu haben. © dpa/Hendrik Schmidt

Arbeit integriert am besten. Diese These hat jetzt eine Studie bestätigt. Viele Zuwanderer seien hochmotiviert.

Die meisten der in Sachsen lebenden Migranten fühlen sich laut einer Studie im Freistaat wohl. "Vor allem am Arbeitsplatz gilt, dass hier das Miteinander am besten funktioniert. Denn immer dort, wo sich Menschen als Arbeitskollegen begegnen können und gemeinsam an einer Sache arbeiten, treten Fragen nach Herkunft und Kultur in den Hintergrund", sagte Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) am Donnerstag in Dresden und sprach von einem Mut machenden Befund. Viele Zuwanderer seien hochmotiviert und würden in kürzester Zeit die deutsche Sprache lernen: "Gerade weil sie sich hier integrieren und sich eine Zukunft aufbauen möchten."

Köpping zufolge zeigen die Ergebnisse, dass Aufgeschlossenheit und Akzeptanz nur dort entstehen, wo Zugewanderte und Deutsche sich begegnen können. "Dort aber, wo es keinen Kontakt gibt, bestehen sehr oft Vorbehalte und Ängstlichkeiten. Interkulturelle Kontakte und den zwischenmenschlichen Dialog zu fördern, wird also weiterhin eine wichtige Aufgabe für die Landespolitik sein", erklärte die Politikerin.

Für das sogenannte Integrationsbarometer waren in Sachsen 860 Menschen befragt worden, die Hälfte davon Zuwanderer. Der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration nahm die Auswertung vor. Bundesweit wurden zwischen Juli 2017 und Januar 2018 insgesamt 9298 Menschen interviewt.

95 Prozent der Zuwanderer in Sachsen gaben demnach an, im Job und in ihrer Nachbarschaft positive Erfahrungen mit Einheimischen gemacht zu haben. Unter Deutschen fällt die Einschätzung etwas zurückhaltender aus. Aber auch hier berichten mehr als 80 Prozent der Befragten von positiven Erfahrungen. Überdurchschnittlich stark fühlen sich Migranten in Sachsen zu Deutschland zugehörig.

Die Identifikation mit dem konkreten Wohnort sei etwas geringer ausgeprägt, hieß es. Bei der Befragung in Sachsen gaben demnach deutlich mehr Menschen als im Bundesdurchschnitt an, nie oder selten Kontakt zu Zugewanderten zu haben.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lebten 2017 in Sachsen etwa 291 000 Menschen mit ausländischen Wurzeln. Das entspricht einem Anteil von 7,2 Prozent. Der Wert liegt deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Fast ein Viertel (23,6 Prozent) der Bevölkerung sind Migranten. (dpa)