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Milder Winter lässt Gefahr einer Mäuseplage wachsen

Angeknabberte Pflanzen, kahle Felder - Sachsens Landwirte fürchten sich vor neuerlichen Schäden durch Mäuse. Auch die Zecken sind bereits ungewöhnlich früh in den Wäldern aktiv.

Dresden. Sachsens Feldern droht eine Mäuse-Invasion: Wegen des milden Winters haben sich die Tiere nach Angaben des Landesbauernverbandes ungestört vermehren können. „Wir haben schon erste Meldungen vor allem aus der Region Mittelsachsen bekommen“, sagte Andreas Jahnel, Verbandsexperte für Pflanzenbau. Dort hätten Feldmäuse bereits Schäden angerichtet. „Sie fressen Wurzeln an und unterhöhlen den Boden.“ Es blieben nicht selten kahle Felder zurück. Für die Ernte kann eine Mäuseplage laut Jahnel gravierende Folgen haben. „Aber das genaue Ausmaß ist derzeit noch nicht abzusehen.“

Da es in diesem Winter keinen Schnee und damit auch keine Schmelze gab, seien die Mauselöcher nicht überflutet worden. Bereits im Vorjahr hatten Mäuse vor allem im Vogtland und der Gegend um Leipzig Schäden auf den Feldern angerichtet.

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Auch in den Wäldern sind Schädlinge wie Zecken ungewöhnlich zeitig aktiv. „Erste Zecken haben wir bereits im Februar gefunden“, erklärte Sachsenforst-Sprecher Daniel Thomann. Wer jetzt im Wald spazieren gehe, müsse durchaus schon mit einem Befall der Blutsauger rechnen.

„Zecken sind an solch milde Winter hervorragend angepasst“, erklärte die Leiterin des nationalen Referenzlabors für durch Zecken übertragene Krankheiten in Jena, Christine Klaus. Sobald es tagsüber längere Zeit sechs bis acht Grad warm ist, werden sie aktiv. Gefährlich für den Menschen sind sie deswegen, weil sie Erreger der Borreliose und der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. (dpa)