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Millionen für Ortskerne

Pro Projekt müssen Kommunen mindestens 75 000 Euro beim Freistaat beantragen. Aber nicht jede Gemeinde hat so viel Geld.

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© Archiv/Dietmar Thomas

Von Maria Fricke

Döbeln. Noch steht sie, die alte Schule an der Oschatzer Straße 7a in Ostrau. Voraussichtlich im Frühjahr wird der Abrissbagger anrollen und das Gebäude abreißen, wie Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) auf Nachfrage mitteilte. Auf der Freifläche soll ein Verkehrsgarten entstehen, auf dem Kinder mit Roller, Bobbycar oder Fahrrad auf spielerische Weise die Verkehrsregeln kennenlernen können. Das Geld dafür bekommt die Gemeinde zum großen Teil vom Freistaat Sachsen. Fast 135 000 Euro erhält Ostrau aus dem Programm „Vitale Dorfkerne und Ortszenten im ländlichen Raum“, das das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft ins Leben gerufen hat. Ab sofort können die Kommunen neue Anträge einreichen. Dieses Jahr steht doppelt so viel Geld zur Verfügung wie 2016. Vergeben werden insgesamt zehn Millionen Euro. „Wir wollen die Ortszentren im ländlichen Raum stärken. Mit dieser Förderung unterstützen wir Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden, den Abbruch ruinöser Bausubstanz und die Schaffung von attraktiven Freiflächen“, sagte Staatsminister Thomas Schmidt (CDU).

Die Förderung ist allerdings an einige Kriterien gebunden. Und die können bei weitem nicht alle Kommunen erfüllen. So beträgt der Zuschuss pro Vorhaben mindestens 75 000 Euro. Gefördert werden maximal 75 Prozent der Gesamtkosten, sodass das Projekt mindestens 100 000 Euro kosten muss. „Wir hatten auch Anfragen nach der Gestaltung eines Dorfplatzes. Aber das hätte nur 15 000 Euro gekostet“, so Ostraus Bürgermeister Dirk Schilling. Er ist froh, mit dem Verkehrsgarten ein geeignetes Projekt in seiner Kommune gefunden zu haben. Der Abriss des Schulgebäudes, in dem einst ein Jugendklub und eine Kinderkrippe untergebracht waren, sei bereits seit mehreren Jahren geplant.

Beim ersten Aufruf hatten sich im März 2016 zahlreiche Kommunen mit ihren Projekten beworben. Insgesamt 35 wurden bewilligt und mit fünf Millionen Euro unterstützt. Neben Ostrau gab es in Mittelsachsen noch Geld für die Städte Oederan und Augustusburg. Oederan erhielt rund 81 000 Euro für die Neugestaltung eines barrierefreien und zentralen Ortsplatzes. Für Augustusburg gab es knapp 250 000 Euro für die Sanierung der alten Schule in Grünberg sowie der Freianlagen.