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Millionenprojekt in Lomnitz

Der Landkreis krempelt die Hauptstraße um. Auf einer Einwohnerversammlung wird das Vorhaben vorgestellt.

© Thorsten Eckert

Von Thomas Drendel

Wenn Lomnitzer Autofahrer von Grundstückskäufen im Zusammenhang mit Straßenbau hören, dann weckt das ganz schlechte Erinnerungen. Seit Jahren gelingt es nämlich nicht, die Verbindung Lomnitz-Ottendorf in Ordnung zu bringen. Mehrere Grundstückseigentümer sind nicht bereit, einige Quadratmeter Boden abzugeben. Jetzt musste das Landratsamt ein aufwendiges Planverfahren anschieben. Termin für den Baubeginn wird erst in einigen Jahren sein.

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Nun steht das nächste große Vorhaben in Lomnitz an. Fast die komplette Ortsdurchfahrt vom Abzweig Großnaundorf bis zum Abzweig Kleindittmannsdorf soll saniert werden. Nach Angaben von Madlen Paul vom Landratsamt in Bautzen beträgt die Länge des Bauabschnittes 830 Meter. In diesem Bereich kommt der alte Asphalt runter, dann werden die darunterliegenden Schichten erneuert. Die Arbeiten erfolgen unter der Regie des Landratsamtes. Parallel dazu wird die Gemeinde Wachau den Regenwasserkanal neu verlegen. Anliegende Grundstücke sollen daran angebunden werden. Die Lomnitzer Hauptstraße erhält eine durchgehende Breite von sechs Metern, momentan variiert sie zwischen 4,80 und 8,20 Meter. Busse oder Lkw kommen nicht an allen Stellen ungehindert aneinander vorbei. „Über die gesamte Länge wird ein durchgehender Fußweg auf einer Seite der Straße entstehen“, sagt Madlen Paul. Derzeit fehlen auf mehreren Abschnitten straßenbegleitende Gehwege. „Fußgänger und Radfahrer sind hier gefährdet, insbesondere aber Kinder der anliegenden Kindertagesstätte.“

Behinderungen für Autofahrer

Auch die schlechte Parkplatzsituation vor der Kita soll zumindest gemindert werden. Vor dem Haus richtet das Landratsamt drei Stellflächen für das kurzzeitige Parken ein. Angepackt wird nicht die Fahrbahn, im Auftrag der Kreisverwaltung bringt eine Baufirma die Stützmauer in Ordnung. „Sie wird auf einer Länge von rund 140 Metern im Bereich der Fleischerei Böhme und Schlotters Minimarkt erneuert.“ Die Trinkwasser- und Gasleitungen werden in Teilbereichen umverlegt, Elektromasten und Schaltschränke versetzt. Außerdem mistet die Telekom aus. Sie entfernt entlang der Straße mehrere nicht mehr benötigte Holzmasten. Ein Verteilerkasten wird versetzt. Nach derzeitiger Schätzung betragen die Kosten knapp drei Millionen Euro.

Während der Bauarbeiten kommt es zu erheblichen Behinderungen für Autofahrer. „Die örtlichen Gegebenheiten lassen keine halbseitige Sperrung zu. Es ist eine abschnittsweise Bauweise vorgesehen. In den Bereichen muss die Straße dann voll gesperrt werden“, sagt Madeln Paul. Nach ihren Angaben werden Umleitungsstrecken ausgewiesen. Dabei wird besondere Rücksicht auf den öffentlichen Busverkehr sowie den Schülerverkehr genommen.

Einwohnerversammlung geplant

Unklar ist allerdings der Zeitpunkt der Bauarbeiten. Hier kommen dann wieder die Grundstückskäufe ins Spiel. „Derzeit liegt ein Planungsvorentwurf vor. Er ist die Grundlage für die Grundstückskäufe. Damit werden wir demnächst beginnen.“ Für Dienstag, den 8. März, ist in Lomnitz eine Einwohnerversammlung geplant. Sie soll genutzt werden, um das Projekt vorzustellen sowie Termine für Grunderwerbsgespräche zu organisieren. „Erfahrungsgemäß lassen sich erst nach Abschluss der Grundstückskäufe genaue Aussagen treffen, in welchem Zeitraum gebaut werden kann“, sagte die Behördenmitarbeiterin.

In der Gegenrichtung, also vom Abzweig Großnaundorf bis zum Ortsausgang ist die Hauptstraße in Lomnnitz bereits saniert worden. Vor 2012 gab es auch hier Schlaglöcher und Risse in der Fahrbahn. Gehwege waren nicht vorhanden. Damals wurde ein 600 Meter langer Abschnitt zwischen der Einmündung „An den Hainwiesen“ im Westen und der Seifersdorfer Straße im Osten in Ordnung gebracht. Unter anderem verbreiterten die Bauleute die Fahrbahn auch hier auf sechs Meter und über die gesamte Länge wurde ein einseitiger Gehweg angelegt. Eine Stützmauer sowie eine Brücke brachten die Firmen in Ordnung. Während der Arbeiten war die Straße voll gesperrt. Eine Umleitung über Seifersdorf wurde eingerichtet. Das Vorhaben kostete insgesamt rund 800 000 Euro.