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Millionenprojekt kann Schule machen

Nach sieben Monaten und vielen Problemen gehen die Bauarbeiten am Großenhainer Bobersberg dem Ende entgegen.

© Kristin Richter

Von Catharina Karlshaus

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Großenhain. Vielleicht sollten die Berliner mal in Sachen Flughafen Nachhilfeunterricht nehmen. Bei den Großenhainern, die mit der Sanierung der zweiten Grundschule Am Bobersberg wieder einmal beweisen, was eigentlich alles so möglich ist. Denn allen Widrigkeiten zum Trotz haben Planer, Handwerker und Stadtväter tatsächlich den Wettlauf mit der Zeit gewonnen. Avisierte Tilo Hönicke im vergangenen Sommer den Fertigstellungstermin für den 26. Februar 2018, kann sich Großenhains erfahrener Stadtbaudirektor dieser Tage wirklich entspannt zurücklehnen. „Wir liegen absolut im Zeitplan und werden alles pünktlich schaffen“, sagt Tilo Hönicke.

Feinschliff: Jens Döring schleift die Treppen ab und befreit sie so vom groben Schmutz.
Feinschliff: Jens Döring schleift die Treppen ab und befreit sie so vom groben Schmutz. © Kristin Richter
Einstellung: Wolfgang Stange von der gleichnamigen Tischlerei bei der Einstellung der Schallschutztüren.
Einstellung: Wolfgang Stange von der gleichnamigen Tischlerei bei der Einstellung der Schallschutztüren. © Kristin Richter
Durchblick: Profi-Fensterputzer Sven Laudel sorgt für klare Bilder.
Durchblick: Profi-Fensterputzer Sven Laudel sorgt für klare Bilder. © Kristin Richter

Wie er betont, habe er selten eine so gut durchdachte Baustelle erlebt. Mit ruhiger Hand und jahrzehntelanger Erfahrung im Gepäck habe der federführende Planer Reinhard Gärtner aus Großenhain ganze Arbeit geleistet. Allein der Umstand, dass bei laufendem Schulbetrieb gebaut wurde, habe die Latte für alle Beteiligten sehr hochgelegt. Denn, zwar fand der Unterricht teilweise in den bereits im Juli 2017 aufgestellten Containern statt. Die auf dem Gelände umherflitzenden Mädchen und Jungen habe man trotzdem stets berücksichtigen müssen. Und nicht nur das. Da die 1981 errichtete Schule vom Typ „Dresden“ bereits ein paar Jahrzehnte in den Mauern hatte, sei bereits im Vorfeld mit der einen oder anderen unliebsamen Überraschung gerechnet worden. Dass es allerdings dann ab dem Baubeginn im August gleich richtig problematisch zur Sache gehen würde, habe für zusätzlichen Nervenkitzel gesorgt. Immerhin: Während die Lehrer in den Sommerferien alles dafür getan hatten, dass sich ihre Schützlinge in den vorübergehenden Klassenräumen wohlfühlen, regnete es plötzlich in ein Container-Zimmer rein.

Gewissermaßen von jetzt auf gleich mussten das Dach aufgemacht, die Isolierung ausgetauscht und eine neue Dachhaut draufgemacht werden. Aber damit nicht genug. Neben personellen Problemen – zum Ausräumen der Schule erwiesen sich die Mitarbeiter der Diakonie als Retter in der Not – entpuppte sich das Innenleben nun wirklich als unliebsame Wundertüte. Die Schächte der Abwasserleitung mussten entfernt und neu gesetzt werden. Vom ehemals ausgebauten Keller blieb nicht mehr viel übrig.

Allerdings: Sieben anstrengende Monate später werden sich weder Schüler, Eltern noch Lehrer diesen zurückwünschen. Das 1,5 Millionen-Euro-Projekt befindet sich auf der Zielgeraden. Auch wenn noch ein paar Gewerke ihre restlichen Arbeiten erledigen, auf allen Etagen geschäftiges Treiben herrscht und der Baustellencharakter noch nicht gewichen ist. Aus dem alten Gebäude ist ein schmuckes, einladendes Haus geworden. Hell und freundlich präsentieren sich die Zimmer und Gänge, gestaltet mit kräftigen Farben, zweckmäßig eingerichtet. Während die bisherige Anordnung der Schulverwaltung einzelne Klassenräume oder Lehrerzimmer in den jeweiligen Etagen beibehalten wurden, punktet das Kellergeschoss nun mit einer Schülerküche. Zudem steht ein Zimmer für Sachkunde zur Verfügung. Vorbei sind die Zeiten, in denen bei geradezu düsterer Atmosphäre funktional ein Werkraum, die Essensausgabe und der Speiseraum untergebracht waren.

Auch der blanke Betonboden mit Terrazzoelementen in diesem Bereich gehören der Vergangenheit an. Eine Verwandlung in eine moderne, zeitgemäße Schule, die vor allem den Pädagogen viel abverlangt hätte. Denn wer wolle schon auf einer Baustelle das Einmaleins vermitteln? „Aber sie haben alle in bewundernswerter Weise mitgezogen, und dieses gute Zusammenspiel hat es letztlich einfach ausgemacht“, freut sich Tilo Hönicke.

Jedoch: Auch wenn der Unterricht nach den Ferien für alle Kinder nun wieder in der Schule selbst stattfinden kann, ist die Frischzellenkur am Bobersberg noch nicht beendet. Das Fällen der Pappeln und Anpflanzen neuer Bäume stehe ebenso noch auf dem Plan wie das Errichten eines Zauns und Anlegen eines Parkplatzes. Nicht zu vergessen das, was die Schule, die sich zur Osterzeit mit einem Tag der offenen Tür der Öffentlichkeit zeigen werde, künftig ausmachen soll: Dass Lehren und Lernen mit interaktiven Tafeln. „Wir besprechen gerade mit den Elektrofirmen die Details und dann haben wir es bald!“ Fertig.