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Mini-WM

Mini-WM: Isländer sind Weltmeister

Nach gut sieben Stunden Fußball auf sechs Plätzen schlägt Rauschwalde Niesky im Finale. 5000 Besucher sind dabei.

So sehen Sieger aus: Die Nachwuchs-Kicker vom Görlitzer Fußballclub Rauschwalde holen den Titel nach Island - man sieht´s. ©  SZ

Scheichs coachen an der Seitenlinie, Wikinger feuern mit dem berühmten Schlachtruf der Isländer an, die Spanier und Mexikaner tragen Hut - und das einzige Mädchenteam im Turnier erkämpft mit einer verletzten Torfrau immerhin drei Unentschieden. Auch eine Mini-WM schreibt ihre ganz eigenen Geschichten. Abgesehen von den vielen Eindrücken und Erlebnisse, die viele Spieler, Betreuer und Besucher mit nach Hause nehmen von diesem Fußballtag im Dresdner Harbig-Stadion. 

Sieben Spiele hatte jedes der 32 Teams - alle angetreten im Dress einer Nationalmannschaft -  in der Vorrunde zu bestreiten. Nur die beiden besten jeder Gruppe qualifizierten sich für das Viertelfinale. Da hieß es vom ersten Spiel an: volle Konzentration. Den Mädchen von Fortuna Dresden - im Oranje der Niederländer - gelang das. 1:1 durch ein Tor in allerletzter Sekunde gegen Mexiko. 

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Der Anfang einer großartigen Erfolgsgeschichte? Nicht ganz. Im zweiten Spiel geht es gegen die USA - und Torfrau Melanie rettet großartig gegen einen allein auf sie zulaufenden Stürmer. Der Pressschlag ist aber heftig, sie bleibt verletzt liegen, das Gesicht in den Händen vergraben. Sekunden später rappelt sie sich auf, lächelt und weiter geht´s. "Wir lieben dich dafür", ruft eine Einwechselspielerin vom Rand. Die 0:2-Niederlage ist trotzdem nicht zu verhindern. Und im nächsten Spiel muss Melanie nach dem ersten Zweikampf passen. Eine Mitspielerin muss für sie ins Tor. Die hält nicht schlecht, aber auch hier heißt es am Ende 0:2 gegen Portugal. 

Scheichs an der Seitenlinie. © SZ

Inzwischen warnen Väter der Gegner ihre Jungs: Nicht die Mädchen unterschätzen! Was auch Uruguay als vierter Gegner der Holländerinnen nicht tut und ebenfalls 2:0 gewinnt. Da steht Torfrau Melanie wieder zwischen den Pfosten. Und hält durch. Im fünften Spiel wird das couragierte Spiel der Mädchen wieder belohnt. 0:0 gegen die Türkei, der zweite Punkt. Da ist schon klar, dass es nicht fürs Viertelfinale reicht. Aber wie hatte der Betreuer schon am Anfang gesagt: Wir wollen Spaß haben und ein bisschen Werbung machen für den Mädchenfußball.

Am frühen Nachmittag ist nicht nur der Unterrang der Westtribüne ganz gut gefüllt, auch rund ums Stadion herrscht Andrang beim Torwandschießen und im Dynamo-Mannschaftbus. So kommt jeder auf seine Kosten - Spieler, Fangruppen und ganz viele Eltern und Großeltern, die ihrem Nachwuchs mal das Stadion von innen zeigen wollen.

Werbung für den Mädchenfußball. © SZ

Die Sonne wärmt gut, die spanischen Betreuer sind jetzt froh, mit Hüten an der Seitenlinie zu stehen. Die Scheichs coachen Katar in langen, weißen Gewändern mit typischer Kopfbedeckung und verraten: Wir haben kurze Hosen drunter. Nach drei Siegen in vier Spielen liegen sie zu diesem Zeitpunkt gut im Rennen um das Viertelfinale.

Drei Remis, drei Niederlagen für die Niederlande - und auch das letzte Spiel gegen Chile geht mit 0:1 verloren. Dabei haben die Mädchen die größeren Chancen. So werden sie siebenter in ihrer Gruppe. Mexiko, denen sie gleich im ersten Turnierspiel ein Remis abgetrotzt hatten, ist Gruppensieger, verliert aber sein Viertelfinale gegen Katar, die es in ihrer Gruppe als Zweiter geschafft haben. Die Trommel der Mexikaner verstummt - aber nur kurz.

Auch die Isländer und Spanier kommen weiter, stehen sich in einem der anderen Viertelfinals direkt gegenüber. Kein Sieger nach 15 Minuten - Neunmeterschießen. Die Wikinger haben die besseren Nerven. Wieder schallt der weltweit bekannte Schlachtruf durchs Stadion.

Es gibt noch ein Neunmeterschießen - England (!) schlägt Kroatien, die bis kurz vor Schluss der regulären Spielzeit führten. Vierter Halbfinalist ist Portugal, das Kanada aus dem Turnier wirft.

Zum Luftholen bleibt jetzt keine Zeit mehr, am Ende ist es auch eine Kraftfrage, wer dieses Turnier gewinnt. Fünf Minuten nach ihren gewonnenen Neunmeterschießen stehen England und Island wieder auf dem Platz. Jetzt gegen Katar und Portugal.

Islands Wikingerfans feiern weiter - 2:0 gegen Portugal. Und die Scheichs coachen im Finale - nach einem 1:0 gegen England. Im Spiel um Platz drei schlägt Portugal England mit 4:0.

Katar gegen Island im Finale - oder Eintracht Niesky gegen den Görlitzer FC Rauschwalde. Zwei Mannschaften aus der Oberlausitz machen den Titel unter sich aus. Ein enges Spiel, das die Isländer aus dem Görlitzer Ortsteil Rauschwalde mit 1:0 für sich entscheiden. Am Ende trommelten auch die Mexikaner wieder mit - gemeinsam mit den Isländern. Huh.

Jedes Team nimmt bei der Abschlusszeremonie die Teilnehmermedaillen in Empfang, am Ende haben rund 5000 Besucher den Tag im Stadion miterlebt. Den Publikumspreis für die besten Fans vergeben sie an Marokko.

Auf unserer Sonderseite zur Mini-WM sind ab Montagnachmittag Szenen von den Spielen aller 32 Teams zu sehen.

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