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Mini-Wohnungen statt Villen

Entlang der Wiener Straße wird kräftig gebaut. An die Bahnstrecke sollen vor allem Studenten ziehen.

© René Meinig

Von Sophie Arlet

Ursprünglich war die Wiener Straße von großzügigen Villen gesäumt, in denen zu wohnen sich nur wenige Menschen leisten konnten. Heute sieht das anders aus. Derzeit entstehen in dem Abschnitt zwischen Oskarstraße und Lennéplatz gleich mehrere Wohnheime und Apartmenthäuser, in denen Studenten, Pendler oder Alleinstehende auf wenig Platz komfortabel wohnen können. Durch die Bauprojekte verschwinden fast alle Brachflächen. Auf dem Abschnitt zwischen der Tankstelle und dem Lennéplatz standen bis vor Kurzem nur die Villa de Baron sowie die 2015 sanierte Villa, in die ein Bauplanungsbüro gezogen ist. Jetzt entsteht dort ein ganz neuer Straßenzug mit
zwölf Neubauten. Deren Bewohner müssen allerdings den Lärm der direkt angrenzenden Bahnlinie in Kauf nehmen.

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Im Oktober können die ersten Bewohner in die neue Anlage einziehen.
Im Oktober können die ersten Bewohner in die neue Anlage einziehen. © Prime Power Systems Holding

Erste Wände an der Oskar-Straße: Dort baut eine Bank Studentenwohnungen

Während die Arbeiten an der neuen Straßenbahnlinie auf der Oskarstraße weiter stillstehen, wird an der Ecke zur Wiener Straße kräftig gebaut. Dort entstehen 153 Studentenapartments, Bauherr ist die VR-Bank aus Bad Salzungen. Im September 2018 sollen die kleinen Wohnungen fertig sein. Von dort haben es die Studenten nicht weit bis zum Campus, die Buslinie 61 hält direkt am Haltepunkt Strehlen. Allerdings müssen die Bewohner mit der Bahnlinie hinterm Haus und künftig mit der Straßenbahn vor der Tür leben.

Rendite am Richard-Strauß-Platz: Im Herbst ziehen die neuen Nachbarn ein

Gegenüber der Total-Tankstelle sind die Bauarbeiter schon weit. In den vier Häusern kann bald der Innenausbau beginnen. Dort entstehen 166 Apartments, die größtenteils 22 bis 25 Quadratmeter groß sind. Die ersten Bewohner können im November einziehen. Zum Sommersemester 2018 sollen dann alle vier Häuser fertig sein. Bauherr ist die Wob Immobilien GmbH aus Bayern. Sie bietet die Einzimmer-Apartments zum Verkauf an und stellt den Eigentümern eine Rendite von über vier Prozent in Aussicht. Denn die Mieten in Dresden steigen, bei jeder Neuvermietung kann erhöht werden. „Der Verkaufsstand liegt derzeit bei 60 Prozent“, sagt Stefan Schiessl von der Wob Immobilien GmbH. „Die Apartments werden als Kapitalanlage erworben, mit der Möglichkeit, sie selber oder für Kinder während der Studienzeit zu nutzen. Die Käufer kommen zum größten Teil aus Dresden sowie aus dem Großraum München“, so Schissl weiter.

Mini-Wohnungen an der Wiener Straße: Viel Komfort auf wenig Platz

Sie heißen Mikro-Apartments und sollen Menschen ein Zuhause geben, die nur selten zu Hause sind oder nur für kurze Zeit in einer Stadt wohnen. An der Wiener Straße 38 bis 42 baut die Prime Power Systems Holding aus Niedersachsen sechs Viergeschosser mit insgesamt 240 dieser Apartments. In einem weiteren Gebäude können Weiterbildungen abgehalten werden. Zudem gibt es ein extra Haus mit Fitnessbereich und Wassertherapiebecken. Um ihre Einrichtung müssen sich die neuen Bewohner nicht kümmern. Die Apartments sind voll möbliert. Für kurze Fahrten können in der Tiefgarage Autos und Fahrräder ausgeliehen werden. Für die nächste Dienstreise ist der Weg zum Hauptbahnhof nicht weit.

Anfang Oktober können die ersten Bewohner einziehen. Das werden zunächst vor allem Offizieranwärter sein. Die Offizierschule des Heeres hat als sogenannter Ankermieter einen Großteil der Apartments übernommen. Später werden noch Therapeuten und Patienten des Aquazentrums dazukommen.

Fragezeichen am Lennéplatz: Für das Garagengrundstück gibt es Pläne

Zwischen Wiener Straße und Lennéplatz verwildert eine große Brachfläche. Die hat in einigen Teilen bereits waldartige Strukturen angenommen, wie es in einem Gutachten der Stadt heißt. Zudem befinden sich auf dem Areal 229 Garagen, 22 werden noch von den Eigentümern genutzt, die anderen befinden sich im Besitz einer Eigentümergemeinschaft. Zum Beginn dieses Jahres hat der Bauausschuss einen Plan für das Gelände aufgestellt. Der basiert auf dem Entwurf eines Wuppertaler Architekturbüros. Demnach sollen auf dem Gelände fünf Häuser gebaut werden, davon ein Hochhaus mit 15 Geschossen. Wann diese Ideen realisiert werden, ist aber völlig unklar. Bisher liegt der Stadt für das Grundstück kein Bauantrag vor. „Es handelt sich hier ausschließlich um Flächen in privatem Eigentum. Es ist Sache des Eigentümers, aktiv zu werden, wenn er dies möchte“, heißt es dazu von der Stadtverwaltung.