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Ein Leben mit dem Wolf ist möglich

Was den Wolf angeht, ist Sachsen anderen Ländern voraus. Das Raubtier ist längst heimisch - und man hat einen Weg zur Koexistenz von Mensch, Schaf und Wolf gefunden, findet Minister Schmidt. Doch das kostet.

© Symbolfoto: Alexander Heinl/dpa

Stuttgart Ein Leben mit dem Wolf ist nach Ansicht von Experten aus Deutschlands Wolfshochburg Sachsen möglich - aber mühsam. Nötig sei ein umfassender Managementplan, an dem permanent gearbeitet werden müsse, sagte Sachsens Umwelt- und Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (CDU) bei einer Tagung zur Rückkehr des Wolfes am Montag in Stuttgart. Der Freistaat Sachsen, wohin der Wolf bereits 1996 zurückkehrte und wo derzeit rund 200 Wölfe in Rudeln leben, lasse sich sein Wolfmanagement pro Jahr rund 800 000 Euro kosten.

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Dreimal sei bisher der Abschuss eines Wolfes beschlossen worden, weil sich das Tier auffällig verhalten habe. Ein Wolf wurde abgeschossen, einer verschwand wieder, ein Abschuss wurde juristisch gestoppt.

Das Wolfsmanagement in Sachsen beruht demnach auf drei Säulen: So werden die Wölfe intensiv registriert und beobachtet. Zäune oder Hunde zum Schutz etwa für Schafherden werden gefördert. Und es gibt einen Rechtsanspruch auf Schadenersatz nach Rissen durch Wölfe.

Minister Schmidt forderte ein ähnliches Management für ganz Deutschland. „Wir brauchen eine klare deutsche Regelung, wie wir mit verhaltensauffälligen Wölfen umgehen.“ Regeln seien wichtig, um den Menschen die Angst vor einer neuen Wolfspopulation zu nehmen. Es sei mühsam, die Akzeptanz für den Naturschutz zu erhöhen und die Menschen dafür zu begeistern.

Baden-Württembergs Agrarminister Peter Hauk (CDU) hatte zuvor vor einer „blauäugigen Willkommenskultur für den Wolf“ gewarnt. Wer Ja zum Wolf sage, dürfe die Weidetierhalter nicht alleine lassen. Der Wolf müsse auch in Baden-Württemberg gemanagt werden. Ziel müsse es aber sein, den Wolf in das Jagdgesetz zu nehmen, um seinem Abschuss weiter zu erleichtern. Im Südwesten wurden in den vergangenen Jahren von 500 Hinweisen 22 Wolfssichtungen bestätigt.

Im Koalitionsvertrag der neuen schwarz-roten Bundesregierung wird die Wolfsproblematik nach Angaben von Ministerialdirigent Axel Heider mit einem klaren Bekenntnis zur Weidehaltung beantwortet. Sicherheit der Menschen habe oberste Priorität. Die Große Koalition wolle einen Kriterienkatalog entwickeln, nach dem Wölfe geschossen werden dürfen. Die Wolfspopulation in Deutschland steige stark. Eine Bejagung dürfe nicht tabuisiert werden. In Wohngebieten oder in der Nähe von Nutztierherden habe der Wolf nichts zu suchen.

>>> Konzept zum Umgang mit Wölfen

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