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Kamenz

Ministerin besucht Nebelschütz

Die Integrationswerkstatt im Ort hat bereits 48 Leute aus 18 Ländern betreut. Petra Köpping lobt das – und spricht sich für effektivere Förderung solcher Projekte aus.

Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (r.) wurde von den Teilnehmern des Integrationsprojektes in Nebelschütz herzlich begrüßt. © Bernd Goldammer

Nebelschütz. Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) besuchte jetzt die Integrationswerkstatt in der Lindenstraße. Unter der Trägerschaft der Kamenzer Bildungsgesellschaft gibt es hier seit März 2016 Angebote für Teilnehmer aus dem Landkreis. Arbeitsberechtigte Asylbewerberinnen und Asylbewerber werden hier zusammen mit Menschen aus sozial benachteiligten Gruppen für den Arbeitsmarkt fit gemacht. In Nebelschütz erwerben sie soziale und kulturelle Kompetenzen. Berufsbezogener Deutschunterricht gehört auch dazu. In verschiedenen Arbeitswelten wie Holz- und Metallverarbeitung, Gartenbau und Landwirtschaft ist man zugange. Das Projekt wurde inzwischen zum Erfolgsmodell. Verschiedene Bewerber haben inzwischen Praktika- Plätze gefunden. Und Hassan Khan Safi aus Afghanistan arbeitet mittlerweile bei der Firma Packwell in Schwepnitz. „Ich bin dort als Maschinenhelfer tätig und möchte mich gerne zum Anlagenfahrer weiter entwickeln“, sagt er. Sein Arbeitgeber und die Schwepnitzer Gemeindeverwaltung gaben ihm eine Chance.

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In der Region gut vernetzt

Die Nebelschützer Integrationswerkstatt ist in der Region gut vernetzt und berät auch interessierte Arbeitgeber. Dies war nur möglich, weil die Gemeinde voll dahinter steht. Internationalität gehört hier seit vielen Jahren zum regionalen Selbstverständnis. Deshalb versteht es hier kaum noch jemand, dass die erfolgreiche Förderung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung im Herbst ausläuft. Das sorgt auch für Kopfschütteln bei den Ausbildungspraktikern im Lande. „Für erfolgreiche sozio-kulturelle Zusammenarbeit gibt es in Deutschland noch nicht allzu viele Erfolgsmodelle“, sagt die Staatsministerin Petra Köpping. Sie lobt die guten Bedingungen, die sich die Nebelschützer am Ausbildungsstandort aufgebaut haben. Sie meint, dass solche moderne Ausbildungsformen zukunftsweisend sind. Bürgermeister Thomas Zschornak freut das. Das Projekt ist dem Kommunalpolitiker sehr ans Herz gewachsen. „Der Leistungsgedanke ist bei den Teilnehmern gut entwickelt. Sie wollen gern arbeiten und sich in die Gesellschaft integrieren. Hier finden sie den Weg in unsere Arbeitswelt“, sagte der erfahrene Kommunalpolitiker. Petra Köpping hält generell ein Umdenken bei der Integrationsarbeit für unabdingbar. Das Anliegen wird inzwischen überparteilich ähnlich verstanden. „Die vielen Ausbildungshilfen der verschiedenen Ministerien sollten dazu künftig zusammengeführt werden. Das ist effektiver.“ Kommunen, die sich für dieses gesamtgesellschaftliche Anliegen einsetzen, sollten auf direktem Wege unterstützt werden, meint die Ministerin mit Blick auf die laufenden Diskussionen in Sachsen und im Bund. Die Schaffung eines Einwanderungsgesetzes sei deshalb wichtiger den je.

Anja Geißler, die Geschäftsführerin der Kamenzer Bildungsgesellschaft, berichtet: „48 Menschen aus 18 Ländern fanden bei uns bisher einen Weg in ein angstfreies Leben.“ Die Ausbildung trage vor allem auch zum gegenseitigen Verständnis bei. Petra Köpping zog ihr ministerielles Fazit so: Die Nebelschützer Erfahrungen sind äußerst wertvoll. „Unser Ministerium wird alles in Bewegung setzen, um die anspruchsvolle Integrationsarbeit in Nebelschütz weiter voranzubringen.“ Diese klaren Worte kamen in der Lindenstraße sehr gut an, wie man sich denken kann ...