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Ministerpräsident Kretschmer wirbt für fleckige Äpfel

Obstbauer Michael Görnitz war zu Besuch in der Staatskanzlei. Seine Mission: Ein Umdenken bei Verbrauchern und Händlern.

© Instagram

Von Peggy Zill

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Schmökern und Geschenke

Ins Haus des Buches kommt der Engel sogar am Sonntag.

Dresden/Coswig. Vier Wochen nach dem Besuch von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) in Coswig, ist Obstbauer Michael Görnitz nun zum Gegenbesuch nach Dresden gefahren. Im Gepäck hatte er mehrere Kisten Äpfel. Und zwar solche, die nicht perfekt sind. Die Wetterkapriolen dieses Jahres haben auf den Früchten Spuren hinterlassen. Die kleinen Flecken ändern aber am Geschmack nichts. Trotzdem können sie nicht mehr als Klasse-I-Ware verkauft werden.

Der Ministerpräsident hatte bei seinem Besuch auf der Obstplantage von Michael Görnitz angekündigt, dass er helfen will. Es sei eine gesellschaftskulturelle Frage, was wirklich minderwertige Qualität ist. Hier sei ein Umdenken nötig. „Vielleicht kann ich einen Beitrag zur Bewusstseinsänderung leisten“, sagte Kretschmer. Beispielsweise mit einer Kampagne, damit die Leute auch solche Äpfel nehmen.

Als Erstes hat der Ministerpräsident seine eigenen Mitarbeiter für das Thema sensibilisiert. Die Äpfel von Bio-Obstbau Görnitz wurden auf der Veranstaltung in der Staatskanzlei für Mitarbeiter des Freistaates im Rahmen des Gesundheitsmanagements verteilt. „Ich habe mich gefreut, dass das so kurzfristig initiiert wurde“, sagt Michael Görnitz. Auf Facebook und Instagram warb der Ministerpräsident für die Äpfel mit kleinen Makeln. „Sie schmecken mindestens genauso gut wie die perfekt geformten Exemplare aus dem Supermarktregal. Mir ist es ein wichtiges Anliegen, die Verbraucher hier zu sensibilisieren und so auch unsere sächsischen Landwirte zu unterstützen“, hieß es neben einem Foto, auf dem Kretschmer einen kräftigen Biss nimmt.

Ein wichtiger Schritt ist es laut Görnitz, dass nun auch die Handelsketten umdenken und fleckige Äpfel ins Programm nehmen – zu attraktiven Preisen. „Dann wäre es für die Discounter interessant“, meint Görnitz. Auch für Ware mit Schönheitsfehlern müsste es einen Absatzmarkt geben.