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Miskus zeigt barrierefreies Feiern

Beim Musikfestival im Kloster geht es auch um Menschen mit Behinderungen, Flüchtlinge – und ein arabisches Wohnzimmer.

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© André Braun

Von Heike Heisig

Roßwein/Leisnig. Mehrere Premieren können Besucher am Wochenende auf dem Gelände des Klosters Buch erleben. Nachdem in den vergangenen Jahren im Sommer ausschließlich Dudelsäcke im Mittelpunkt standen, geht es in diesem Jahr um mehr.

Gugge ma – das heißt in diesem Fall nicht „schau mal“ auf sächsisch. Guggemusik wird in einigen Bundesländern bei Faschingsumzügen gespielt und ist einfach mitreißend. Außer Gugge- und Blasmusikern werden auch Dudelsackspieler und Bläser von Schalmei und Co. im Kloster zu erleben sein. Der Mittelsächsische Kultursommer (Miskus) als Veranstalter kündigt ein großes Musik- und Familienfest an, verspricht Tanz und beachtenswerte Choreografien, Marsch- und Filmmusiken sowie Mitmachangebote wie Trommelworkshop und Geschicklichkeitsparcours.

Das Fest soll Menschen mit und ohne Behinderungen zusammenbringen und Barrieren vergessen lassen. Daher gibt es am Sonnabend einen Auftritt der Werkstadtband der Diakonie Riesa und um 14.30  Uhr stellt sich der Chor der Werkstatt für Behinderte aus Roßwein vor. „Wir sind etwa zehn Mitglieder“, sagt Markus Kaphegyi, der den Chor leitet. Zwei, drei Auftritte hat der Chor schon gemeistert, zuletzt beim Tag der offenen Tür anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Roßweiner Werkstätten.

Das Singen gehört zu den sogenannten arbeitsbegleitenden Angeboten, wie Werkstattleiterin Anne Möbius erzählt. Für manchen Mitarbeiter, so bestätigt auch Markus Kaphegyi, sei es das einzige Hobby und so eine willkommene Abwechslung im Alltag. Die Mitarbeiter der Werkstätten können sich für Sport, Klettern, Tanzen, Nähen, Töpfern, EDV oder eben fürs Singen entscheiden. Oftmals würden dabei auch die alltagspraktischen Fähigkeiten geschult.

Barrieren entstehen oder fallen häufig im Kopf. Das wissen die Mitglieder des Vereins Be-Greifen aus Klosterbuch. Sie setzen sich für Menschen mit Behinderungen ein, sind für deren Angehörige da. Auch um Flüchtlinge kümmern sie sich, haben zuletzt einen von der Stadt Leisnig leihweise zur Verfügung gestellten Bauwagen umgestaltet. Aber nicht irgendwie. Er zeigt, wie ein Wohnzimmer in Deutschland und eines im arabischen Raum aussehen. Zum Festival am Wochenende kann der Wohnwagen auf dem Fachwerkhof der Familie Pohl erstmals angeschaut werden.

Bei arabischem Tee können Interessierte sich mit jungen Geflüchteten unterhalten, die derzeit im Fachwerkhof leben. Der Wagen soll dann in Schulprojekte einbezogen werden.