Teilen: merken

Mission erfüllt

Die Touristiker der schlesischen Oberlausitz gehen künftig im Neißeland auf. Ihr Fremdenverkehrsverein wird zur Jahresmitte aufgelöst.

© Jens Trenkler

Von Frank-Uwe Michel

Oberlausitz. 1991 schlossen sich Tourismusanbieter und Kommunen zum Fremdenverkehrsverein schlesische Oberlausitz zusammen, nun findet die Mission ihren Abschluss. Bereits im November 2017 hatten die Mitglieder für die Auflösung gestimmt, die zum 1. Juli 2018 vollzogen wird. „Was damals mit einer großen Portion Nachwendeeuphorie entstanden ist, stößt jetzt immer mehr an seine Grenzen“, begründet Vereinsvorsitzender Joachim Mitschke den Schritt. Konkret bedeutet das: Die Macher von einst sind in die Jahre gekommen, außerdem hat jeder genug mit seinem eigenen Betrieb zu tun und deshalb immer weniger Zeit für das ehrenamtliche Engagement.

Symbolbild Anzeige
Anzeige

Zutritt nicht verboten, sondern erwünscht

Den Politikern über die Schultern schauen und die Zeitungsproduktion live erleben – das geht auch zusammen. 

Vom Landkreis bekommt der Verein keinen Zuschuss, muss sich deshalb ausschließlich über Mitgliedsbeiträge finanzieren. Überdies deckt die Touristische Gebietsgemeinschaft (TGG) Neißeland das Vereinsterritorium flächenmäßig ab. „Die Frage unter unseren Mitgliedern wurde immer lauter, warum wir hier unser eigenes Ding machen, wenn es doch bei der TGG Leute gibt, die das professionell tun und wo es bessere finanzielle Strukturen gibt“, erläutert Mitschke, der eigentlich eine Verschmelzung von Verein und TGG erreichen wollte. „Davon hat man uns aber abgeraten. Der Aufwand wäre zu groß gewesen. Jeder Gemeinderat der noch bei uns aktiven Kommunen hätte darüber abstimmen müssen.“ Der Verein empfehle deshalb seinen momentan rund 40 Mitgliedern, sich nach der Auflösung der TGG Neißeland anzuschließen. Er selbst werde das auch tun, so Mitschke, der in Thräna den Freizeit- und Campingpark betreibt.

Im Rückblick beurteilt er den Fremdenverkehrsverein aber als gelungene Sache. „Wir hatten viele schöne Momente“, sagt der Vorsitzende und erinnert sich an Messeauftritte – zum Beispiel in Hamburg und Bonn –, mit denen die Region bekannter gemacht werden sollte. Auch die Aufkleber-Aktion „Pendler werben für die Heimat“ habe viel Aufmerksamkeit erregt. Letzte Aktivität des Vereins sei die Herausgabe des neuen Freizeit- und Urlaubsplaners „Görlitzer Land“ gewesen. Von der TGG erhofft sich Joachim Mitschke das Einbinden der bisherigen Vereinsmitglieder. Außerdem sollten die Verbindungen in Richtung Bautzen intensiviert werden.