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Mit 70 Sachen über die Vogelwiese

Nach mehr als 20 Jahren sind die Hochseilartisten Geschwister Weisheit mit ihren fliegenden Motorrädern wieder in Dresden.

© René Meinig

Von Nadja Laske

Wenn auf der Vogelwiese Motoren aufheulen, muss kein Gast hektisch zur Seite springen. Zwar kommen tatsächlich sportliche Maschinen mit bis zu 70 Kilometern pro Stunde angeschossen. Doch das Rennen findet hoch über den Köpfen der Rummelbesucher statt. Am Start sind die Geschwister Weisheit. Mehr als 20 Jahre waren sie nicht mehr in Dresden zu erleben, nun hat sie der Dresdner Schaustellerverband wieder in die Stadt geholt.

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„Wir haben in Dresden einmal unsere Seile über die Elbe gespannt und sind mit den Motorrädern darüber hinweg gefahren“, erzählt André Weisheit. Er steht zwischen Kettenkarussell und Losbude und sieht ohne Kostüm auf den ersten Blick gar nicht wie eines der legendären Geschwister aus. „Ich muss einen Kreuzbandriss auskurieren“, sagt er und schaut hinauf zu seinen Familienmitgliedern. Die haben sich in zwölf Metern Höhe startklar gemacht. Gleich werden sechs von ihnen über die gesamte Länge des Volksfestgeländes fahren. Insgesamt 17 Artisten gehören insgesamt zur Gruppe – der älteste 57, der jüngste vier Jahre alt. Genau genommen noch kein Jahr alt, denn der nächste Nachwuchs ist bereits geboren und somit die fünfte Generation.

Im Jahr 1900 hat Andrés Großvater begonnen, sich als Hochseilartist unvergesslich zu machen. Andrés Vater wurde ebenfalls Artist und führte die Geschäfte bis zu seinem 90. Lebensjahr. „Er hat nur fünf Schulklassen besucht und schrieb Geschäftsbriefe bis ins hohe Alter immer mit dem Duden“, erzählt André Weisheit. Darunter habe der Vater so sehr gelitten, dass er seine Kinder mindestens zehn Jahre zur Schule schickte und einen Beruf lernen ließ. „Ich habe das anfangs nicht eingesehen, doch er sagte: Ungelernte stelle ich nicht ein.“ So wurde André zunächst Autoschlosser. Inzwischen lernen alle Weisheit-Kinder Berufe, bevor sie mit ihrer Kunst durch die Welt ziehen. Eine Physiotherapeutin, ein Schweißer, aber auch eine gelernte Artistin sind dabei.

Auf der Vogelwiese ist die Weisheit-Truppe noch bis Montag mit ihrer Show zu erleben, wochentags 19 Uhr und am Sonnabend und Sonntag zusätzlich 15 Uhr. Neu sind in diesem Jahr auch das Überschlagskarussell sowie die Riesenschaukel. Das traditionelle Vogelschießen am Sonntag, 10 Uhr, darf natürlich auch nicht fehlen.

Öffnung des Festplatzes an der Marienbrücke: Fr./Mo., 15 Uhr, Sa./So., 14 Uhr www.rummel-dresden.de