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Mit 96 Sachen durch die Teplitzer Straße

Der Chef der Verkehrspolizei nennt den Blitzmarathon einen Erfolg. Dieses Jahr seien bei der Aktion deutlich weniger Fahrer negativ aufgefallen. Aber es hat schwarze Schafe gegeben.

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Von Alexander Schneider

Der zweifelhafte Tagessieg geht an einen erst 18 Jahre alten Autofahrer. Der junge Mann raste in seinem Ford mit 96 Sachen durch die Teplitzer Straße, erlaubt sind 50. Er war der schnellste Autofahrer, den die Polizei anlässlich des bundesweiten „Blitzmarathons“ in Dresden erwischt hat. Der Bußgeldkatalog sieht für ein solches Tempo eine Geldbuße von 200 Euro, ein Fahrverbot von einem Monat und zwei Punkte im Verkehrssünderregister vor. Es könnte jedoch sein, dass der Mann als Fahranfänger noch mit weiteren Sanktionen rechnen muss. Bei einem solchen Tempo kann man wohl nicht mehr von einem leichtfertigen Vergehen sprechen.

Insgesamt haben die Beamten der Polizeidirektion Dresden am Donnerstag von 6 Uhr bis Mitternacht 20 267 Fahrzeuge kontrolliert. 431 Fahrer waren zu schnell unterwegs, die meisten eher im unteren Bereich. Polizeirat Peer Barthel, der Leiter der Verkehrspolizeiinspektion, sagte, aufgrund der Medienberichterstattung hätten sich viele Verkehrsteilnehmer auf die verstärkten Kontrollen eingestellt. In diesem Jahr seien an dem Aktionstag deutlich weniger Überschreitungen festgestellt worden als in den Vorjahren. Das sei eine erfreuliche Entwicklung. „Viele fuhren besonnener“, so Barthel. Er hofft, Autofahrer mit dem Blitzmarathon langfristig zu sensibilisieren.

Mehr Verstöße auf Autobahnen

„Geschwindigkeitskontrollen sind weiterhin ein fester Bestandteil unserer Arbeit.“ In der Früh- und Spätschicht seien je zwei Teams der Dresdner Verkehrspolizei im Einsatz – zwischen Riesa und Bad Schandau. Hinzu kommen die Beamten der Reviere und die Verkehrsüberwacher der Kommunen. Allerdings räumt Barthel ein, dass seine Mitarbeiter aufgrund der zahlreichen Demonstrationen der vergangenen Monate auch oft andere Aufgaben wahrnehmen mussten.

Die Beamten der Dresdner Verkehrspolizeiinspektion haben in Dresden, den Landkreisen Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 10 270  Fahrzeuge kontrolliert und 126 Verstöße festgestellt. Hinzu kommen weitere 6 357 kontrollierte Fahrzeuge auf den Autobahnen. Dort ist der Anteil der Raser größer: 99 waren zu schnell. So wurde etwa ein Autofahrer in einem Baustellenbereich auf der A 13 bei Marsdorf mit Tempo 110 geblitzt. Erlaubt ist dort 60. Der Mann muss mit 160 Euro, zwei Punkten und einem einmonatigen Fahrverbot rechnen. Neben den Beamten der Verkehrspolizei haben sich auch die Kollegen aller Polizeireviere an dem Blitzmarathon beteiligt und weitere 3 640 Fahrzeuge kontrolliert. Sachsen