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Mit Dampf nach Radeburg

Trotz der Unfälle im letzten Jahr kamen viele Gäste und Bahnfans zum 126. Streckenjubiläum der Schmalspurbahn.

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Von Philipp Siebert

In diesem Jahr hofften die Veranstalter des Schmalspurbahnfestes am Radebeuler Bahnhof Ost auf einen glücklicheren Ausgang als im vergangenen Jahr. Nach den schweren Unfällen war man zum 126. Jubiläum der Schmalspurbahn zwischen Radebeul-Ost und Radeburg besonders auf das Thema Sicherheit bedacht.

Zwischen dem Bahnhof Radebeul-Ost und Radeburg waren in diesem Jahr drei Züge mit rund 40 Waggons unterwegs. Zwar deutlich weniger als im letzten Jahr, dennoch zehn Fahrten mehr als der durchschnittliche Fahrplan zu bieten hat. Zwischen den jeweiligen Stationen konnten Eisenbahnfans die drei Zuggarnituren aus drei Epochen Schmalspurbahngeschichte erleben. Neben dem um 1900 erbauten Zügen der Lößnitzgrundbahn sowie der Sächsischen Staatseisenbahn wurden die Reisenden von einem von 1930 stammenden Zug der Deutschen Reichsbahn nach Radeburg transportiert, wo sie von Schaffnern und Zugpersonal in original historischen Uniformen empfangen wurden.

Auf Sicherheit geschult

„Nach den Unglücksfällen im vergangen Jahr haben wir uns besonders mit dem Thema Sicherheit befasst“, sagte Eisenbahnbetriebsleiter der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft (SGD) Mirko Froß. Zwar seien die Schäden an Strecke und Maschinen in den vergangenen Monaten zum größten Teil behoben wurden, doch habe man nach einem Jahr das 125. Streckenjubiläum noch nicht vergessen.

„Im Moment sind die Ermittlungen der Unglücksursache noch nicht beendet“, sagte Froß. Daher müsse man mit der vollständigen Auswertung der Unfallhergänge noch warten. Dennoch habe man zeitnah nach den Ereignissen damit begonnen, menschliche Fehler im täglichen Betriebsablauf zu minimieren. Roland Richter, Geschäftsführer der SGD, sagte: „Eine der ersten Maßnahmen, die wir ergriffen haben, war eine sicherheitstechnische Schulung aller unserer Mitarbeiter.“ Ziel dieser Schulungen sei es gewesen, vor allem Lokführer und Zugbegleiter hinsichtlich der Gefahren auf und neben der Schiene zu sensibilisieren. So habe man untereinander den Unfallhergang besprochen und die möglichen Ursachen intern ausgemacht. „Unser Zugpersonal weiß genau, wo auf der Strecke die Gefahren für Mensch und Maschine lauern“, sagte Richter. Endgültig werde der Fall jedoch erst nach dem Abschluss der Ermittlungen ausgewertet werden können. Daher seien derzeit keine weiteren sicherheitstechnischen Maßnahmen in Planung.

Noch immer in Reparatur

Seit November 2009 befindet sich die „Lok 20“ der Lößnitzgrundbahn in einer Werkstatt der SGD in Oberwiesenthal. „Dies ist die letzte Maschine, die noch instand gesetzt werden muss“, sagte Froß. Die Schäden am Fahrzeug seien schwerwiegender gewesen, als zunächst angenommen worden ist. Noch bis zum Ende dieses Jahres sollen die Arbeiten andauern. „Aber im kommenden Jahr wird die Lok 20 wieder bei Schmalspurfestival mit dabei sein“, sagte Froß.