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Mit dem Auto über die Ski-Piste

Am Valtenberghang hinterlässt ein rücksichtloser Fahrer tiefe Spurrinnen. Neukirchs Wintersportler sind stocksauer.

© Frank Sutter

Neukirch. Die Wildschweine, die den Hang aufwühlten, konnten Neukirchs Wintersportler erfolgreich vergrämen. Gegen eine andere Schweinerei waren sie machtlos. Vermutlich mit einem allradgetriebenen Fahrzeug sauste ein bislang Unbekannter den Abfahrtshang mehrfach hoch und runter. Zwischen der Talstation und dem zweiten Horizontalweg nur wenige Höhenmeter unter dem Valtenberggipfel hinterließ er neben bis zu 15 Zentimeter tiefen Spurrinnen auch mehrere Löcher. Vermutlich hatte er sich dort festgefahren. Offenbar hatte da einer den besonderen Kick gesucht. Allerdings auf Kosten anderer.

Der Garten ruft

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Neukirchs Wintersportler sind sauer. Sonntagnachmittag war er am Hang, da war noch alles in Ordnung, berichtet Frank Sutter. Am Mittwoch dieser Woche bemerkte er dann die Bescherung. „Vermutlich gab es die Fahrten am Montag oder Dienstag“, sagt er. Für jeden Hinweis auf den Täter ist man dankbar. Über die Gemeinde wurde auch der für Neukirch zuständige Bürgerpolizist eingeschaltet.

Der Skilift am Valtenberg kann zwar nicht mehr genutzt werden. Er ist verschlissen und defekt. Trotzdem haben die Neukircher ihren Abfahrtshang nicht abgeschrieben. Die 600 Meter lange Piste überwindet einen Höhenunterschied von 200 Metern. Eine vergleichbar steile Ski-Abfahrtsstrecke findet man sonst kaum in der Oberlausitz. Wintersport-Enthusiasten pflegen deshalb den Hang. „Erst im Herbst haben wir noch mal das Gras gemäht“, berichtet Frank Sutter. Denn der Hang wird für Abfahrten genutzt. Auch im Sommer. Dann wird auf Rasenski trainiert.

Pokallauf geplant

Was Wintersportler auf sich nehmen, um die steile Piste herunterfahren zu können, sah man vor einem Jahr, als der Wettkampf um den Valtenberg-Pokal nach jahrelanger Pause eine Neuauflage erlebte: Kurzerhand wurden die Ski wie vor 30 Jahren auf die Schulter genommen und ab ging’s zu Fuß in voller Montur 600 Meter bergauf. Rund 30 Abfahrtsläufer – Jugendliche und Erwachsene – beteiligten sich.

Auch für diese Saison ist ein Pokallauf geplant. Gedacht ist er vor allem als Leistungsvergleich für den sportlichen Nachwuchs der Region. „Die Nachwuchssportler müssen lernen, mit hohen Geschwindigkeiten umzugehen. Und dafür ist der Hang in Neukirch besser geeignet als viele andere Hänge in der Region“, sagt Frank Sutter. Darüber hinaus wäre der Ausscheid offen für jedermann – wenn es denn in diesem Winter noch Schnee geben sollte.

Bei einer hohen Schneedecke würden die Spurrinnen wohl kaum ins Gewicht fallen. Bei einer wahrscheinlicheren Schneehöhe von 15 bis 20 Zentimetern könnte der Spaß auf vier Rädern dagegen zur Folge haben, dass ein Ski-Wettkampf trotz Schnees nicht stattfinden könnte. Ziemlich unsportlich, weil unfair gegenüber den Wintersportlern. Vom Auto-Fahrverbot im Wald ganz zu schweigen. (SZ/ir)