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Mit dem Schaufelrad über Dresden nach Prag

Die Nachfrage nach Reisen mit Flusskreuzfahrtschiffen steigt – beliebt ist vor allem die Elbe.

© Jens Wolf/dpa

Von Thomas Schöne

Sie sind vor allem bei Senioren begehrt: Kreuzfahrten auf der Elbe und anderen großen Flüssen werden nach Einschätzung der Tourismusbranche immer beliebter. „Vor allem Schaufelrad-Schiffe sind auf der Elbe für 2018 fast komplett ausgebucht“, sagte die Geschäftsführerin von Nees Reisen, Christine Fäth-Schubert. Originalität und der Umgang mit Niedrigwasserphasen bestimmten in dem Geschäft Angebot und Nachfrage. Das Interesse sei sehr groß, weil Rad-Dampfer auch bei niedrigen Wasserständen auf der Elbe fahren könnten. „Für 2018 gibt es auf diesen Schiffen nur noch Restkabinen.“

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Nees Reisen betreibt das Internetportal www.kreuzfahrten.de. Dem Unternehmen zufolge befindet sich jede zehnte darüber gebuchte Kabine auf einem Flusskreuzfahrtschiff. Am beliebtesten in den neuen Bundesländern ist die Strecke von Potsdam/Berlin über Magdeburg, Wittenberg und Dresden nach Prag. Das sei ein Klassiker unter den Flusskreuzfahrten. „Das höchste Passagieraufkommen haben die Flüsse Donau, Rhein und Elbe. Der Vorteil der Elbe: Auf dem Fluss fahren weniger und kleinere Schiffe. „Die Elbe und ihre Häfen sind also nicht so überlaufen wie die Donau und der Rhein“, sagte Fäth-Schubert. Es seien überwiegend ältere Menschen, die den Service einer Flusskreuzfahrt zu schätzen wüssten, sagte Nees weiter. Wer nicht viel laufen könne, aber nicht gebrechlich sei, so dass er die Treppen und Hindernisse auf einem Schiff bewältige, für den sei es das Richtige. „Definitiv sind Flusskreuzfahrten im Aufwärtstrend – das gilt auch für Flussreisen auf der Elbe, dem zweitlängsten Fluss Deutschlands“, meint auch die Sprecherin der Magdeburger Tourismus GmbH, Tanja Anette Glootz. Sie verweist auf eine Studie der Branchenverbände Deutscher Reiseverband und IG RiverCruise. Danach hat sich das Passagieraufkommen im deutschen Flusskreuzfahrt-Markt von 435 586 im Jahr 2016 auf 470 398 Passagiere im Jahr 2017 erhöht.

Doch nicht alle sehen Flusskreuzfahrten ausnahmslos positiv. „Sie bringen dem Tourismus im Land keinen Umsatz und auch keine Arbeitsplätze.“ Zudem stammen die Reedereien von außerhalb, so dass sie auch dort ihre Steuern zahlen, sagt der Geschäftsführer des Vereins Blaues Band, Matthias Beyersdorfer, in Magdeburg. Dagegen habe die Fahrgastschifffahrt zuletzt auch zugenommen. Das hänge möglicherweise mit dem Boom der Kreuzschifffahrt zusammen. Den Leuten habe es gefallen und sie buchen dann eben auch Tagestouren auf den heimischen Flüssen. (dpa)